Mächtige Verbündete des Verres bemühten sich, den Prozess auf das Folgejahr zu verschieben, dann nämlich wäre einer von ihnen Vorsitzender des zuständigen Gerichtshofs, so dass Verres’ Freispruch als sicher hätte gelten können. Doch die Verzögerungstaktik ging nicht auf: Als es im Sommer zur ersten Sitzung kam, verzichtete Cicero auf eine lange Rede und brachte sofort sämtliche Zeugen und Beweismittel vor. Obwohl Verres kaum skrupelloser gewesen sein dürfte als andere Statthalter (auch wenn sein Ankläger es so darstellte), war die Beweislast in vielen Punkten erdrückend: Verres floh umgehend ins Exil.
Dort erfreute er sich noch lange seiner geraubten Kunstschätze, bis sein Reichtum ihm zum Verhängnis wurde: Mark Anton ließ ihn 43 v. Chr. auf die Liste der Vogelfreien setzen und konfiszierte sein Vermögen. Cicero hingegen hatte sich mit seiner erfolgreichen Rede einen glänzenden politischen Aufstieg und die Stellung als „erster Redner Roms“ gesichert.





