Roberto Zapperi, ausgewiesener Kenner der vatikanischen Archive wie der italienischen Kulturgeschichte der Renaissance, fasst in seinem jüngsten Buch die Erkenntnisse jahrzehntelanger Gelehrtenarbeit zusammen. Er stützt sich dabei nicht nur auf alte Quellen und jüngere Literatur, sondern zieht auch die neuesten Ergebnisse von Restaurierungen und Röntgenuntersuchungen heran. Sprachlich souverän wie eh und je, entwirft er auf diese Weise einen kulturgeschichtlichen Überblick der italienischen Renaissance. Einen Überblick, der Kunstförderung und Diplomatie, das Leben am Papsthof und die Interessen frühneuzeitlicher Bankiersfamilien, Kriegszüge und Mordanschläge mit eindrucksvoller Anschaulichkeit zusammenführt.
Die Stärken des Buches liegen eindeutig im Bereich des Erzählens, weniger des Erklärens – hin und wieder täten analytische Passagen dem Erkenntniswert von Zapperis Arbeit gut. Das aber ändert nichts daran, dass den Leser bei der Lektüre des Buchs ein ebenso spannendes wie facettenreiches Bild des Lebens im Italien der Renaissance erwartet.
Rezension: Prof. Dr. Arne Karsten





