Der Historiker Thukydides berichtet, die Verhafteten hätten gefürchtet, allesamt verurteilt zu werden. Einem von ihnen sei daher geraten worden, sich schuldig zu bekennen, um Strafmilde‧rung zu erwirken. Dieser Geständige, Andokides, benannte eine Reihe von inhaftierten Adligen als angebliche Mitverschwörer. Die Beschuldigten wurden hingerichtet, Andokides musste in die Verbannung gehen. Erst 403 erlaubte ihm eine allgemeine Amnestie die Rückkehr in seine Heimatstadt.
Als Andokides weiterhin seine Unschuld beteuerte, mussten den Athenern Zweifel an der Gerechtigkeit des damaligen Urteils kommen. Wenn dieser Mann unschuldig war, wie hatte er dann Mitverschwörer anzeigen können? Andokides wurde bald erneut wegen des Hermenfrevels angeklagt. Im Jahr 400/399 v. Chr. verteidigte er sich mit der erhaltenen Rede „Über die Mysterien“. Diesmal erwirkte er einen klaren Freispruch und Rehabilitation.





