Das Lächeln, nun vermehrt im Bild dargestellt, änderte seine kulturelle Bedeutung: Im neuen Code der Empfindsamkeit galt Lachen (ebenso wie Weinen) als Ausdruck menschlicher Identität und Wahrhaftigkeit. Dieser Wandel wurde jedoch erst möglich durch die Fortschritte der Zahnheilkunde, hatten doch die Menschen wegen des hohen Zuckerkonsums extrem schadhafte Zähne. Jones führt seine Leser in Pariser Praxen und zeigt die Zahnärzte als Agenten des modernen Lächelns, was in der Erfindung des Gebisses gipfelte. Doch lange hatte das Lächeln nicht Konjunktur: Im Terrorregime der Jakobiner erstarrte der geöffnete Mund zur Grimasse. Erst im 20. Jahrhundert konnte das offene Lachen seinen Siegeszug antreten.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





