Lebendig und unterhaltsam schildern die Autoren sodann die unterschiedlichen Lebenswelten und -wirklichkeiten der Ritter. Thematisiert werden hier etwa die Ausbildung der Knappen, die wirtschaftliche Situation der Ritter, ihre Burgen, Aspekte ihres Alltagslebens wie Hygiene, Ernährung, Kleidung oder Unterhaltung, das Turnier und der Kampf. Seine Stärken hat der Band vor allem in den kulturhistorisch orientierten Teilen.
Gerade seine starke Anlehnung an die Quellen birgt allerdings Gefahren, denn nicht immer wird klar genug deutlich, wo die Grenzen zwischen epischer Fiktion und Realität verlaufen. Dies gilt insbesondere für das Kapitel über den Krieg, in dem durch die Quellenauswahl ein bisweilen schiefes Bild entsteht. Hier hätte die Einbeziehung etwa der teilweise brutalen und „unritterlichen“ Kampfschilderungen des „Eneas“ oder des „Willehalm“ ein Gegengewicht bilden können.
Dennoch ist das spannend geschriebene und gut recherchierte Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Wer jedoch auch der schmutzigen Seite von Rittertum und Krieg ins Auge sehen will, dem sei ergänzend der Band von Martin Clauss über „Ritter und Raufbolde“ (Darmstadt 2009) ans Herz gelegt.
Rezension: Prof. Dr. Peter Thorau





