Genaugenommen hatte er noch nie angefangen, es zu sein, denn er hatte sich bereits im Exil befunden, als sein Bruder, Ludwig XVI., im Jahr 1793 hingerichtet wurde. De jure ging spätestens nach dem Tod des Dauphin 1795 die Königswürde auf ihn als jüngeren Bruder Ludwigs XVI. über. De facto folgte die große Zeit Napoleons.
Nach seiner Thronbesteigung schlug Ludwig XVIII. einen überaus besonnenen Weg ein: Er behielt die Grundfesten der liberalen Monarchie ebenso bei wie die Errungenschaften der Revolution. Das wichtigste Mittel zu dieser „Restauration“ wurde die „Charte Constitutionelle“, die Verfassungsurkunde vom Juni des Jahres. Auch auf eine größere Säuberung des Staatsapparats verzichtete der Rückkehrer, rechnete nicht mit den „Königsmördern“ ab, was zur Befriedung des Landes und zur Versöhnung der gespaltenen Nation beitrug.





