Genproben liefern die Antwort
Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft Palaeogenetik von der Universität Mainz haben sich unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Burger mit dem Skythen-Experten Prof. Dr. Hermann Parzinger zusammengeschlossen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Die Genom-Analysen aus gefundenen Skeletten ergaben, dass die skythische Bevölkerung vor der eigentlichen Skythenzeit (etwa 8. bis 3. Jahrhundert vor Christus) aus einer Vermischung westlicher und ostasiatischer Bevölkerungsgruppen entstand, bevor sie sich anschließend zunächst im Osten und Westen getrennt voneinander entwickelte. Erst später kam es abermals zu einer genetischen Vermischung, einhergehend mit einem kulturellen Austausch, der seinen Höhepunkt um die Mitte des 1. Jahrtausends vor Christus hatte.
Eurasischer Austausch
Die untersuchten Populationen lagen etwa 3000 Kilometer auseinander, was von der hohen Mobilität der Reiternomaden in dieser Zeit zeugt. Durch den Nachweis ostasiatischer Gensignaturen in der westlichen Steppe konnte die Studie den zuvor angenommenen Verbreitungsraum der Skythen bestätigen. Ergänzt werden die Ergebnisse durch die Erkenntnis, dass in der eurasischen Steppe nicht nur ein Ideenaustausch, sondern auch ein Austausch von Personen stattfand.





