Die berühmte Terrakotta-Armee, heute ein UNESCO-Kulturerbe, besteht aus geschätzt 7300 lebensgroßen knienden und stehenden Soldaten. Sie wurde für den ersten Kaiser Chinas, Qin Shihuangdi, im 3. Jahrhundert v. Chr. als Teil seiner Grabanlage errichtet. Bislang wurden etwa 200 Beigabengruben, verteilt auf einer Fläche von 50 Quadratkilometern, entdeckt. Auch heute werden noch bislang unbekannte Figuren ausgegraben, die Bemalung kann inzwischen jedoch besser konserviert werden.
Jede Figur ist in ihren Gesichtszügen, ihrer Frisur, Kleidung und Statur einzigartig und mit faszinierenden Details, wie etwa Fasanenfedern, ausgestattet. An den Gesichtern der Terrakotta-Figuren kann man das Lebensalter der dargestellten Person ablesen und manche von ihnen haben einen kleinen Bauchansatz. Die Kleidung besteht jeweils aus Gewand, Untergewand, Hose und Schienbeinschutz, und jedes dieser Elemente war gefärbt und mit unterschiedlichen Details, wie durch Pinselstriche erzeugte feine Reliefs und farbige Muster, versehen. Die Wissenschaftler der TU München konnten diese Muster grob in geometrische und zoomorphe Formen unterteilen, so wurden einfache Rauten ebenso identifiziert wie etwa auch Vögel oder Drachen. Durch die Pinsel-Relieftechnik stellten die Künstler vor über 2000 Jahren mit hoher Detailtreue auch Augenbrauen und Schnurrbärte dar. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass blau, grün, rot, violett, rosa und weiß die am häufigsten verwendeten Farben bei der Bemalung darstellten.
Das Münchener Forscherteam arbeitet mit weiteren Institutionen im Rahmen einer 25-jähringen Kooperationen zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der chinesischen Kommission für Wissenschaft und Technik am Erhalt chinesischer Kultur zusammen.





