Der Zweite Weltkrieg wird mit vollem Recht als weltweiter Konflikt betrachtet. Denn der Krieg tobte nicht nur in Europa und im Pazifik, auch Millionen Soldaten aus den Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien trugen auf Seiten der Alliierten zum Sieg über die faschistischen Mächte bei. Betrachtet man die Dimensionen, die der Krieg auch außerhalb Europas annahm, so erfahren die vielen Kämpfer und Opfer bis heute nicht annährend die Anerkennung, die ihnen in der vorherrschenden Erinnerungskultur zustehen müsste. Um nur ein paar Fakten zu nennen: Alleine Indien stellte 2,5 Millionen Kolonialsoldaten für Großbritannien, China hatte durch den japanischen Vernichtungskrieg mehr Opfer zu beklagen als die Achsenmächte zusammen und von den Hunderttausenden verschleppten und zur Prostitution gezwungenen Frauen in Asien weiß hierzulande so gut wie niemand. Angesichts dieser intensiven Verwicklung der „Dritten Welt“ in das Kriegsgeschehen wird es höchste Zeit, dass diese kaum beachteten Akteure Teil der allgemeinen Erinnerungskultur werden.
Interaktive Bildschirme, Hörstationen und Videoinstallationen geben Überlebenden des Kriegs Gesicht und Stimme. Die Ausstellung ist Teil eines Langzeitprojekts, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Folgen des Zweiten Weltkriegs für die „Dritte Welt“ aufzuarbeiten. In Leben gerufen wurde das Projekt 1996 vom Rheinischen JournalistInnen Büro in Köln und wird seit 2000 vom gemeinnützigen Verein Recherche International e. V. getragen. Bis mindestens 2014 wird die Schau noch in verschiedenen Städten im deutschsprachigen Raum zu sehen sein. Mehr Informationen zu diesem ambitionierten Projekt finden sich unter folgendem Link: http://www.3www2.de/





