Aber auch Werke vieler anderer spanischen Maler und Bildhauer dieser Zeit sind noch bis zum 24. Januar 2010 zu sehen. Spannend dabei sind die Gemeinsamkeiten und Verbindungen der Künstler untereinander, die sich nicht allein darin erschöpfen, dass mit Francisco Pacheco auch Velázquez’ Schwiegervater als Meister der andalusischen Bildhauerkunst vertreten ist.
Die Gegenüberstellung von 16 Skulpturen und 16 Gemälden gibt einen Gesamteindruck über das Goldene Zeitalter Spaniens. Die fein gearbeiteten Skulpturen beeindrucken vor allem durch ihre Technik. Um dem Ziel einer vollkommen realistischen Darstellung der zumeist religiösen Motive näher zu kommen, wurden oft neue Herstellungsverfahren gesucht. So finden sich in London Figuren mit Augen aus Glas oder Zähnen aus Elfenbein. Zu den technischen Aspekten der Herstellung einer polychromen (vielfarbigen) Skulptur wird eine begleitende Ausstellung im gleichen Haus angeboten. Die vorwiegend christlichen Werke sind aber nicht nur künstlerisch sehenswert. So bieten sie dem Betrachter auch einen Einblick in die spannungsvolle Zeit der katholischen Gegenreformation und des wachsenden europäischen Widerstands gegen die Vormachtstellung Habsburgs. Hier erscheint es schon fast als ein prophetisches Zeichen, in welch gewissenhafter Genauigkeit besonders das Leiden des gekreuzigten Christus dargestellt wird. Die Suche nach einem kompromisslosen Realismus verbindet schließlich auch die beiden Gattungen der Malerei und Bildhauerkunst und findet seinen Ausdruck im wohlüberlegten Titel der Ausstellung.
Der Katalog mit ca. 180 Farbabbildungen berücksichtigt vor allem die technischen Aspekte sowie die Verbindung zwischen Malerei und Bildhauerei.
Zu sehen ist die Ausstellung in der Londoner National Gallery am Trafalgar Square vom 21. Oktober 2009 bis zum 24. Januar 2010.





