Unter den Vorzeichen des permanenten Systemwettbewerbs mit dem Westen entwickelte die DDR ein gesteigertes Repräsentations- und Selbstdarstellungsbedürfnis. Zu dessen mit großem finanziellem Einsatz geförderten Eckpunkten zählten etwa der Ausbau Ost-Berlins zum „Schaufenster sozialistischer Architektur und Kunst“, die repräsentativ errichtete Stalinallee und der Palast der Republik – sowie die Förderung der Internationalen Messestadt Leipzig und des touristischen Kleinods Dresden („Elbflorenz“). Die Kulturpolitik eignete sich exklusiv das nationale Kulturerbe an: So hatte sich die Rezeption etwa der Weimarer Klassiker Goethe und Schiller unter ideologischen Aspekten in den Dienst der Agitation zu stellen. Zum Portfolio der „offiziellen“ DDR-Kulturpolitik zählte auch die staatlich gerade noch tolerierte Kritik, wie sie in der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ oder auf Kabarettbühnen („Pfeffermühle“) geäußert werden durfte.





