Die Söhne des Adels, die sich als Kavaliere in Begleitung ihres Hofmeisters auf europaweite Reisen begaben, waren oft noch sehr jung. Selten zählten sie mehr als 20 Jahre, meist sogar erst 15 oder 16. Das bedeutete, dass der mit der Aufsicht betraute Erzieher, meist ein namhafter Gelehrter bürgerlicher Herkunft, verantwortlich war für einen entsprechend unreifen, dem Pädagogen im gesellschaftlichen Status aber weit überlegenen Jugendlichen.
Das konnte zu Konflikten führen, in denen die Autorität des Betreuers so schwach wurde, dass die Zöglinge sich mit ihren Eigenmächtigkeiten sogar in tödliche Gefahr bringen konnten. Es war dann die größtmögliche Katastrophe für den Hofmeister, seinem Auftraggeber melden zu müssen, dass er ein ihm „anvertrautes Kleinod“ nicht mehr zurückbringen würde.





