Damit in der Gegenwart das Wissen und die Anerkennung des antiken Zahlenkünstlers dagegen verbreitet werden, präsentiert das Römer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim den „Archimedes-Code“. Bis zum 09. September 2012 können Sie sich auf die „Spuren eines Genies“ begeben. Dabei wird keineswegs höhere Analysis abverlangt, sondern das vielschichtige Wirken des Mathematikers und seine Bedeutung für die neuzeitlichen Naturwissenschaften Newtons und Galileos beleuchtet.
Die Ausstellung unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck bringt dem Besucher den Wert der komplexen Traktate verständlich nahe. Hinter der schrittweisen Aufdeckung spannender Rätsel und verborgener Symbole steckt die Forschungsarbeit eines ganzen Jahrzehnts. Einige der archimedischen Texte wurden erst 1998 wiederentdeckt, ihre Überlieferung durch die Jahrhunderte verdankten sie griechischen und arabischen Übersetzern. Tatsächlich ist über das Leben des Mathematikers sehr wenig bekannt. Er wurde im 3.Jahrhundert vor Christus vermutlich in Syrakus geboren und verbrachte dort auch seine 75 Lebensjahre. Die Umstände seines Todes tragen dagegen schon Züge des Legendenhaften. Während der Belagerung seiner Heimatstadt 212 vor Christus durch das römische Heer entwarf er wirksame Kriegsmaschinen, wie Schleudern und „Krallen“, die, ähnlich einem Kran, die römischen Schiffe zerstörten. Ein grobschlächtiger Soldat der römischen Armee unterbrach ihn in seinen mathematischen Gedanken. Seine letzten Worte sind wohl berühmter als alle seine Schriften „Störe meine Kreise nicht!“
Wenngleich die Authentizität dieser Nachrichten keinesfalls gesichert ist, zeigen sie, dass die Nachwelt dem berühmten Erfinder einige Kühnheit zutraute.





