Am 20. Mai 1570 erschien in seiner Heimatstadt das „Theatrum Orbis Terrarum“, sein Meisterwerk. Anders als die gängigen losen Kartensammlungen seiner Zeit legte Ortelius mit dem „Theatrum“ ein fest gebundenes Buch von geographischen Karten samt Erläuterungen vor – den ersten Atlas. Außerdem setzte Ortelius auch methodisch erstaunliche Maßstäbe: Minutiös vermerkte er alle kartographischen Werke, die er verwendet hatte. Das „Theatrum“ war mit seinem historisch-kritischen Anspruch seiner Zeit weit voraus. Auch finanziell wurde das Unternehmen ein Erfolg: Bis 1612 druckte man 31 Auflagen des Werkes mit über 3700 Exemplaren in sieben Sprachen. Für jede Neuauflage bereinigte Ortelius Irrtümer und ergänzte Bibliographie und Register. Von 70 Karten der Erstauflage von 1570 wuchs das Werk bis 1612 auf 168 Karten an. Während dieser Zeit galt es als unangefochtene Autorität der Kartographie. Im Zuge weiterer Entdeckungen aber wiesen Ortelius’ Karten immer mehr Lücken und Ungenauigkeiten auf, so dass ihm schließlich andere Atlanten und Kartenwerke den Rang abliefen.





