Die Welt ist nicht genug - wissenschaft.de | DAMALS
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie
Die Welt ist nicht genug
Napoleon machte aus seinen Plänen kein Geheimnis: „Ich muss aus allen Völkern Europas ein Volk machen, und Paris zur Hauptstadt der Welt.“ Seit seiner Ernennung zum Ersten Konsul startete der Franzose einen beispiellosen Eroberungszug durch ganz Europa.
Sie haben noch 2 von 3 kostenlosen Artikeln übrig1/3
Auf dem Höhepunkt seiner Macht hatte Napoleon einen Großteil Kontinentaleuropas seiner direkten oder indirekten Herrschaft unterworfen; über die Grenzen eines stark vergrößerten Frankreichs hinaus gehörten verbündete und in Abhängigkeit geratene Länder zum Grand Empire. Wie entwickelte sich die expansive Dynamik, welche Etappen lassen sich festhalten?
Am Anfang war die Französische Revolution von 1789. Sie schuf die Voraussetzungen für Napoleons Aufstieg. Ebenso kann seine Expansionspolitik als Erbe der Revolution gelten: 1792 begannen die Koalitionskriege. Hatten sich die Revolutionäre zu Beginn die Befreiung geknechteter Völker auf die Fahnen geheftet, wurde der Krieg rasch zum Eroberungskrieg mit dem Ziel der „natürlichen Grenzen“ (Rhein, Alpen, Pyrenäen) für Frankreich sowie darüber hinaus abhängigen Pufferstaaten.
Der 1769 auf Korsika geborene Napoleon startete seine Karriere als Offizier in der königlichen Armee, näherte sich dann den Jakobinern unter Maximilien de Robespierre an und fand nach dem Ende der Schreckensherrschaft einen Förderer in Paul Vicomte de Barras, Mitglied des fünfköpfigen Direktoriums, wie die neue Regierungsform hieß. Am 9. März 1796 heiratete er dessen ehemalige Geliebte Joséphine de Beauharnais und übernahm gleich darauf das Kommando über die Italienarmee.
Talleyrand unterstützt die kühne Politik des korsischen Feldherrn
Nachdem Preußen im Frieden von Basel 1795 aus dem Krieg ausgeschieden war, schloss Napoleon zwei Jahre später mit Österreich den Frieden von Campo Formio – eigenmächtig und entgegen den Vorgaben des Direktoriums, jedoch bestärkt vom neuen Außenminister Charles Maurice de Talleyrand. Erstmals gestaltete Napoleon die europäische Landkarte um, indem er die Cisalpinische Republik sowie die Ligurische Republik als Vasallenstaaten schuf. Talleyrand jubelte ihm zu: „Voilà, der Frieden ist perfekt, und es ist ein Frieden à la Bonaparte.“ Das zukunftsweisende Bündnis der beiden Männer nahm hier seinen Ausgang.
Während man im Direktorium empört war und den ehrgeizigen General ganz wörtlich in die Wüste schickte (nach Ägypten), hatte dieser im Machtzentrum Paris einen Mentor – um nicht zu sagen Steigbügelhalter – gewonnen.
Als wenig später Emmanuel Joseph Sieyès die Regierung stürzen und durch eine stärkere Exekutive ersetzen wollte, empfahl Mitverschwörer Talleyrand Napoleon als Schwert des Unternehmens. Mit dem Staatsstreich vom 18./19. Brumaire 1799 (9./10. November) wurde dieser Erster Konsul mit diktatorischen Vollmachten; Talleyrand bekleidete erneut den Posten des Außenministers.
Ein Frieden à la Bonaparte war meist ein Diktatfrieden und selten mehr als eine kurze Waffenruhe. Noch während des Ägyptenfeldzugs war der Zweite Koalitionskrieg ausgebrochen. Dem Ruf eines Retters der Nation gerecht werdend, schloss Napoleon nach einer Serie französischer Siege mit Österreich bzw. dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation 1801 den Frieden von Lunéville. Die Österreichischen Niederlande fielen an Frankreich, zudem mussten die Batavische und die Helvetische Republik anerkannt werden.
Mehr aus Geschichte & Archäologie
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.
Ausschlaggebend für die nur noch kurze Geschichte des Alten Reiches war die Anerkennung der Rheingrenze. Sie bildete den Ausgangspunkt für „die umfangreichste Neuverteilung von Besitztümern in der deutschen Geschichte vor 1945“ (Joachim Whaley). Jene Fürsten, die am linken Rheinufer Gebiete verloren, sollten dafür im übrigen Reichsgebiet entschädigt werden – und zwar durch Säkularisation (die Verstaatlichung von kirchlichem Besitz) und Mediatisierung (den Verlust der Reichsunmittelbarkeit, der kleinere Reichsstände sowie die Mehrheit der bisher Freien Reichsstädte betraf).
Die Klientelkönige profitieren von der Zusammenarbeit mit Napoleon
Der Entschädigungsplan wurde in Paris formuliert (Napoleon räumte Russland als Garantiemacht des Westfälischen Friedens von 1648 ein Mitspracherecht ein) und dem Reichstag vorgelegt; im Februar 1803 wurde der Reichsdeputationshauptschluss gefasst. Napoleon wollte starke Mittelstaaten auf Kosten der „Kleinen“: Baden gewann siebenmal so viel an Territorium hinzu, wie es verloren hatte; Württemberg kam auf das Vierfache. Kein schlechter Tausch.
Im Dritten Koalitionskrieg 1805 kämpfte Österreich gegen Frankreich; der Norden des Reichs blieb unter preußischer Führung weiterhin neutral. Neutralität war für die süddeutschen Staaten, die im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten gerieten, keine Option. Sie entschieden sich für Napoleon. Der musste zwar in der Seeschlacht bei Trafalgar eine Niederlage einstecken, aber zu Lande blieben seine Armeen unschlagbar, wie er in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 bewies.
Seine neuen Verbündeten belohnte er mit Gebietsgewinnen und Rangerhöhungen. Die Kurfürsten von Bayern und Württemberg wurden zu Königen, jene von Baden und Hessen-Darmstadt zu Großherzögen. Aber von Napoleon gab es nichts geschenkt. Im Gegenzug übte er so lange Druck aus, bis sich im Juli 1806 16 deutsche Fürsten zum Rheinbund, einem dauerhaften Militärbündnis mit Frankreich, zusammenschlossen und ihren Austritt aus dem Reich erklärten. Weitere deutsche Staaten traten sukzessive bei. Napoleon betrachtete die Rheinbundstaaten als „Festlandskolonien des Empire“, die ihm Geld und Soldaten liefern sollten.
Danach stellte Napoleon dem römisch-deutschen Kaiser Franz II. ein Ultimatum, die Kaiserkrone niederzulegen, woraufhin dieser das Heilige Römische Reich für erloschen erklärte.
Unverhohlene Drohungen gegenüber zaudernden Fürsten
Was, wenn sich die süddeutschen Fürsten 1805 gegen Napoleon entschieden hätten? Das hätte am Ausgang des Krieges vermutlich wenig geändert, für sie aber weitreichende Konsequenzen gehabt: „Wenn Sie in diesem Kriege nicht zu mir gehalten hätten, so wäre jetzt der Prinz Murat an Ihrer Stelle König von Bayern“, machte Napoleon dem frischgebackenen bayerischen König Max I. Joseph klar. Denn so großmütig Napoleon gegenüber Verbündeten sein konnte (wenn er wollte), so gnadenlos war er gegenüber Verlierern.
Neapel-Sizilien kämpfte 1805 ebenfalls gegen Napoleon; Ende des Jahres verkündete er: „Soldaten, die Dynastie von Neapel hat aufgehört zu regieren. Ihre Existenz ist unvereinbar mit der Ruhe Europas und der Ehre meiner Krone.“ Nachdem Preußen im Bündnis mit Russland 1806 seine Neutralität aufgegeben hatte und bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen worden war, verlor es im Frieden von Tilsit rund die Hälfte seines Gebietes. Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen hatte Ende 1806 noch im letzten Augenblick die Seiten gewechselt, wurde zum König erhoben und mit dem Herzogtum Warschau belohnt.
Die vielen Rangerhöhungen erscheinen fast inflationär. Doch fiel es Napoleon leicht, andere zu Königen zu machen, war er doch mit seiner Selbstkrönung 1804 Kaiser der Franzosen und Frankreich zum Empire geworden.
Damals hatte er übrigens den Herrschern in Wien und Berlin vorgeschlagen, sich ebenfalls Kaisertitel zuzulegen, was Friedrich Wilhelm III. abgelehnt hatte. Anders der Habsburger: Er blieb als Franz II. noch zwei Jahre römisch-deutscher Kaiser und regierte fortan zugleich als Franz I. das erbliche Kaisertum Österreich.
Die Verwandtschaft des Kaisers übernimmt zahlreiche Throne
Von Gegnern als korsischer Emporkömmling verspottet, war Napoleon stolz, „bis zu jener Höhe gelangt zu sein … sich von Königen mit ‚mein Bruder‘ anreden zu lassen, von Kurfürsten in ihren Briefen allen ‚Respekt‘ zu fordern und zu erhalten“. Abhängige Republiken wie die Cisalpinische und die Batavische wurden in der Folge zu Königreichen umgewandelt. Die Krone Italiens behielt er selbst, in Holland setzte er seinen Bruder Louis auf den Thron.
Klemens Wenzel Lothar von Metternich, von 1806 bis 1809 Botschafter in Paris, meinte, dass Napoleon von einem „karolingischen Kaiserreich unter Bonapartistischer Dynastie“ träumte. Wo er Dynastien absetzte, hievte er Verwandte auf den Thron. Neapel übertrug er an den älteren Bruder Joseph, der zwei Jahre später nach Spanien wechselte; in Neapel rückte Schwager Joachim Murat nach. Napoleons jüngerer Bruder Jérôme durfte als „König Lustick“ das Königreich Westphalen regieren, das aus den Territorien des Kurfürsten von Hessen und des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg-Oels begründet worden war.
Für seine Schwestern fanden sich (weit kleinere) Herrschaften: Elisa wurde zur Fürstin von Lucca sowie Piombino und später Großherzogin der Toskana, Pauline erhielt in Oberitalien das Fürstentum Guastalla. Allerdings verlangte er als Familienoberhaupt und Kaiser von seinen Familienangehörigen absoluten Gehorsam: „Ich kenne nur solche Verwandten, die mir nützen.“ Als Louis zum Wohle der holländischen Wirtschaft die Kontinentalsperre unterlief, sah sich Napoleon hintergangen. Louis floh ins Exil, Holland wurde von Frankreich annektiert.
Vermählung mit der Tochter des Kaisers von Österreich
Zur Förderung seiner dynastischen Interessen nutzte Napoleon ein traditionelles Mittel: Heiratspolitik. Noch im Januar 1806 ehelichte sein Stiefsohn Eugène de Beauharnais – von Napoleon adoptiert und zum Vizekönig von Italien ernannt, um ihn dem zaudernden Max Joseph schmackhafter zu machen – die bayerische Prinzessin Auguste Amalie. Stéphanie de Beauharnais, eine Cousine Joséphines, wurde mit dem badischen Erbprinzen Karl verheiratet, Jérôme mit der württembergischen Prinzessin Katharina.
Was Napoleon fehlte, war ein Stammhalter. Seine Ehe mit Joséphine war kinderlos geblieben; er ließ sich scheiden und heiratete 1810 mit der Erzherzogin Marie Louise standesgemäß eine Kaisertochter; im Jahr darauf kam Söhnchen Napoleon Franz zur Welt.
In seiner Expansionspolitik stellte der Friede von Tilsit 1807 eine Zäsur dar. Die bisherigen Feinde Napoleon und Zar Alexander I. reichten einander die Hand und verständigten sich über ihre Interessenssphären, woraufhin sich Russland Finnland einverleibte und Napoleon in West- und Mitteleuropa freie Hand erhielt.
Außenminister Talleyrand wurde davon überrumpelt. Er hatte sich ein französisch-österreichisches Bündnis als Bollwerk gegen Russland gewünscht und drängte Napoleon, weiteren Eroberungen abzuschwören, zumal dieser in jeder weiteren Schlacht sein Leben riskierte. Frankreich war stärker als je zuvor. Genügte das denn nicht? Er trat als Außenminister zurück, da Napoleon auf seiner Expansionspolitik beharrte.
Ein entscheidendes Motiv für diese war die andauernde Auseinandersetzung mit Großbritannien, die auch als Wirtschaftskrieg geführt wurde. Auf die britische Seeblockade antwortete er Ende 1806 mit der „Kontinentalsperre“, die britische Waren von den Absatzmärkten auf dem europäischen Festland fernhalten sollte.
Damit diese hielt, wollte er vor allem Küstenregionen unter seine direkte Kontrolle bringen. Frankreich annektierte unter anderem die deutsche Nordseeküste mit den Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen sowie Gebiete an der Ostküste der Adria, die zu den Illyrischen Provinzen zusammengefasst wurden.
Verbündete wie Russland mussten sich dem Kontinentalsystem anschließen; andere Mächte versuchte er mit Drohungen gefügig zu machen. Portugal konnte sich den Bruch mit Großbritannien wirtschaftlich nicht leisten, woraufhin Napoleon das Haus Braganza für abgesetzt erklärte. Als sich Papst Pius VII. (amt. 1800–1823) der Kontinentalsperre verweigerte, teilte Napoleon ihm mit: „Eure Heiligkeit ist Herrscher von Rom, ich aber bin der Kaiser: Alle meine Feinde sind auch seine Feinde.“ Der Papst wurde gefangen gesetzt und der Kirchenstaat ebenfalls annektiert.
Dass er mit seinen Feinden so verfuhr, war noch einigermaßen nachvollziehbar. Doch als er 1808 Thronstreitigkeiten im spanischen Königshaus nutzte, die Bourbonen stürzte und Joseph Bonaparte als König einsetzte, schrillten sogar in den eigenen Reihen die Alarmglocken. Die Spanier waren nämlich treue Verbündete, und Napoleons Vorgehen bewies endgültig: Niemand war vor dem Eroberer sicher!
Selbst in Paris wurden – freilich hinter vorgehaltener Hand – erste Stimmen laut, die an Napoleons Geisteszustand zweifelten. War er größenwahnsinnig geworden? Talleyrand tat, was er vielleicht am besten konnte: Er spann im Hintergrund Fäden und traf sich beispielsweise im Zuge des Erfurter Fürstenkongresses 1808 heimlich mit dem Zaren, um ihm klarzumachen, dass nur er Napoleons Eroberungsgelüsten Einhalt gebieten könnte: „Der Rhein, die Alpen, die Pyrenäen sind Eroberungen Frankreichs, alles übrige ist die Eroberung des Kaisers, Frankreich hat damit nichts zu tun.“
Im Rückblick erwies sich das Jahr 1808 als Anfang vom Ende des Grand Empire. Napoleon löste in Spanien einen Unabhängigkeitskrieg aus, den er nicht gewinnen konnte. Davon überzeugt, dass Österreich als Nächstes auf seiner Abschussliste stehen würde, wagte die Wiener Regierung im Jahr darauf einen Angriffskrieg gegen Frankreich in der vergeblichen Hoffnung, damit einen europäischen Befreiungskrieg auszulösen.
„Noch drei Jahre, und ich bin Herr des Universums“, prahlte Napoleon 1811. Drei Jahre später saß er auf Elba. Wieso folgte dem rasanten Aufstieg ein ebenso schnelles Ende? Einerseits führte die unaufhörliche Expansionspolitik „letztlich zur imperialen Überdehnung der französischen Herrschaft“ (Volker Ullrich); andererseits fehlte der innere Zusammenhalt. Schuld daran war Napoleons Politik. „Mein Prinzip: Frankreich an erster Stelle. Wenn ich Königreiche erobert habe, dann, damit Frankreich daraus Vorteile zieht.“ Das Grand Empire funktionierte wie ein Kolonialreich, bei dem die Kolonien zugunsten des Mutterlandes ausgebeutet wurden.
Verbündete wurden nicht als Partner auf Augenhöhe behandelt, sondern unter einer Neuordnung Europas à la Bonaparte verstand Napoleon die Unterordnung unter seinen Willen: „Es muss eine überlegene Macht geben, die alle anderen Mächte dominiert, die über hinreichend Autorität verfügt, die anderen dazu zu zwingen, miteinander in harmonischer Eintracht zu leben – und für diese Aufgabe ist Frankreich am besten geeignet.“
Ganz Europa hofft auf den „Tag der allgemeinen Erlösung“
Wie stabil kann ein vereintes Europa sein, das auf Eroberung und Unterwerfung beruht? Preußen und Österreich gingen nach verheerenden Niederlagen nur notgedrungen Bündnisse mit Napoleon ein und beschränkten in den Worten Metternichs ihr „System auf ausschließendes Laviren [!], auf Ausweichen, auf Schmeicheln“ in der Hoffnung, so vielleicht ihre Existenz zu fristen „bis zum Tage der allgemeinen Erlösung“. Im Russlandfeldzug 1812 mussten sie Napoleon Truppen stellen, gaben dem Zaren jedoch heimlich zu verstehen, nicht ernsthaft kämpfen zu wollen.
Am Ende hat Napoleon Europa geeint: im Kampf gegen ihn. In den Befreiungskriegen 1813/14 standen erstmals alle Großmächte auf einer Linie. Von den Rheinbundstaaten wechselte nur Bayern vor der Völkerschlacht bei Leipzig die Seiten, die meisten anderen erst danach, als sich die französischen Truppen über den Rhein zurückzogen. Noch beim Vormarsch der Alliierten in Frankreich hätte Napoleon seine Herrschaft durch Verhandlungen retten können. Doch für ihn war ein Friede, den nicht er diktierte, ein Zeichen von Schwäche; er glaubte, sich ein solches nicht leisten zu können.
Nach dem Einzug der Verbündeten in Paris trieb Talleyrand den Sturz seines einstigen Schützlings voran. Er berief den Senat ein, und am 1. April wurde eine provisorische Regierung unter seinem Vorsitz gewählt. Da Napoleon per Senatsbeschluss an die Macht gekommen war – zuerst als Konsul, dann als Kaiser –, hatte der Senat auch die Macht, ihn abzusetzen. Als Argument dafür wurde seine Kriegslüsternheit ins Feld geführt. Am 6. April 1814 musste Napoleon abdanken. Immerhin der Kaisertitel blieb: Ihm wurde die Insel Elba als Herrschaftsbereich überlassen.
Die nächste Neuordnung Europas erfolgte auf dem Wiener Kongress mit dem Ziel, wieder ein Gleichgewicht der Kräfte herzustellen. Noch während der Verhandlungen gelang Napoleon die Flucht von Elba. An Marie Louise schrieb er: „Ich bin Herr von ganz Frankreich.“ Vom Universum war nicht mehr die Rede.
Gegenüber den Alliierten pochte er auf die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft, schwor seiner Expansionspolitik und seinem Streben nach Vormacht ab. Doch sie trauten dem Wolf im Schafspelz nicht und erklärten ihn am 13. März 1815 zum „Feind und Störer der Ruhe der Welt“. Der Eroberer erlebte sein Waterloo.
11. Juni 2026
Die erste Fußballweltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Aber warum eigentlich gerade dort? Bis dahin hatten die großen europäischen…
Geschichte & Archäologie
Rätsel um kopflose Skelette geht weiter
9. Juni 2026
Kopflose Skelette aus einem jungsteinzeitlichen Siedlungsgraben in der Slowakei geben Archäologen weiterhin Rätsel auf. Denn warum Menschen…
Geschichte & Archäologie
Mammutfund erweist sich als steinzeitliches Cold Case
8. Juni 2026
Cold Case: Ein bei Regensburg entdecktes Mammutskelett hat sich als wichtiges Zeugnis der menschlichen Frühgeschichte entpuppt. Denn…