Über antike Philosophie und ihre Rezeption, über Philologie und Humanismus kann man vieles bei Greenblatt lernen. Und fraglos ist das Buch glänzend geschrieben, verfasst wie ein Entdeckerkrimi. Doch Greenblatts krasse Gegenüberstellung von Mittelalter und Renaissance überzeugt nicht. So ist einmal wieder das Mittelalter finster, das Christentum und die Kirche im Wesentlichen Negativfolie und die Renaissance eine Zeit des Lichts und der anbrechenden Moderne. Dabei hat die Wissenschaft inzwischen zu Recht ein wesentlich differenzierteres Mittelalter-Bild entwickelt und klargestellt, dass viele der angeblichen „Errungenschaften“ der Renaissance ihre Wurzeln bereits in früheren Jahrhunderten hatten.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





