Sie schildert das alltägliche Leben der Gastarbeiter in der österreichischen Donaumetropole. Seit den 1960er Jahren waren zunehmend ausländische Arbeiter, besonders aus Jugoslawien und der Türkei, angeworben worden, um den heimischen Arbeitsmarkt mit ausreichend Arbeitskräften zu versorgen. Die zunächst auf einen kurzen Zeitraum begrenzte Zusammenarbeit von Österreichern und ausländischen Gastarbeitern entpuppte sich jedoch bald als Dauerzustand, mit dem sich beide Seiten, Wiener und Migranten, zu arrangieren hatten. Dies wirkte sich nicht nur im Arbeits-, sondern auch im Alltagsleben deutlich aus.
Besonders hervorzuheben ist, dass die in der Ausstellung gezeigten Objekte im Rahmen des Projektes „Migration Sammeln” der „Initiative Minderheiten Wien” in den Jahren 2015 und 2016 gesammelt wurden. Zunächst unscheinbar und banal wirkende Alltagsgegenstände ermöglichen dadurch einen Einblick in die Migrationsgeschichte von Türken und Jugoslawen in Österreich seit den 1960er Jahren. So etwa ein Foto aus dem Jahre 1969, zur Verfügung gestellt von einem jugoslawischen Gastarbeiter, das ihn und zwei Kollegen bei der Arbeit auf einer Wiener Baustelle zeigt. Oder eine Audiokassette mit Balkan-Musik von 1986, die von jugoslawischen Banken in Österreich zu Werbezwecken verteilt wurde – und mit deren Hilfe man den Versuch unternahm, jugoslawische Gastarbeiter als Kunden zu akquirieren.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch im Mandelbaum Verlag unter dem Titel „Schere, Topf, Papier. Objekte zur Migrationsgeschichte”.





