Die Zisterzienserinnenabtei befand sich seit etwa 1246 im niedersächsischen Rulle. 1803 wurde das Kloster im Zuge des Reichsdeputationshauptschluss an den hannoverschen Staat übereignet. Der Codex Gisle, um 1300 verfasst, erhielt seinen Namen von der Verfasserin: Zisterzienserin Gisela von Kerssenbrock.
Anlässlich der Faksimilierung durch den Quaternio Verlag Luzern bietet das Diözesanmuseum Osnabrück mit seiner Sonderausstellung nun die Gelegenheit, das über 700 Jahre alte gotische Original zu bewundern und zugleich beim Durchblättern des Faksimiles den Reiz der Handschrift selbst zu erleben. Hörstationen lassen dabei die Gesänge lebendig werden.
Darüber hinaus gibt die Ausstellung Einblick in mittelalterliche Handwerkstechniken wie der Herstellung von Farben und Tinten und das Beschreiben und Binden von Büchern. Zugleich lässt sie den spannenden Prozess der Herstellung eines Faksimiles nachvollziehen, der trotz Einsatz modernster Technik nicht weniger handwerkliches Geschick und Können erfordert als im Mittelalter.
Die Ausstellung zum Codex Gisle im Diözesanmuseum Osnabrück wird noch bis zum 31. Mai 2015 zu sehen sein.





