Das TECHNOSEUM in Mannheim widmet diesem Ereignis und seinen Folgen eine eigene Ausstellungsstation in seiner Dauerausstellung. Zu sehen sind sowohl ein Nachbau als auch mehrere originale Laufmaschinen, darunter ein Hochrad aus der Zeit um 1880, ein Michaux-Veloziped von 1867 und ein sogenanntes Chukudu, ein hölzerner Lastenroller, der noch heute im bergigen Osten des Kongo und in Ruanda zum Einsatz kommt, wo Autos und Benzin unerschwinglich sind.
Die Ausstellungsstation will deutlich machen, wie revolutionär es war, ein Fahrzeug mit zwei Rädern in einer Spur zu konzipieren. „Im Jahr 1817, als Pferde Luxusartikel waren und die meisten Menschen allenfalls zu Fuß einmal ihren Geburtsort verlassen konnten, war Drais mit seiner Erfindung der Zeit weit voraus“, sagt Dr. Thomas Kosche, Sammlungsleiter am TECHNOSEUM. Besonders relevant war die Draisine nach dem „Jahr ohne Sommer“ 1816, in dem in ganz Europa winterliche Temperaturen infolge eines Vulkanausbruchs im heutigen Indonesien herrschten, die zu massiven Ernteeinbußen und gesteigerten Transportpreisen führten.
Trotz der genialen Idee, wurde Drais mit seiner Erfindung keinesfalls reich. Zwar erhielt er von den badischen Behörden ein so genanntes Privileg, das außerhalb Badens jedoch wertlos war. Eine einheitliche Patentregelung gab es noch nicht. Bald entstanden Kopien in anderen deutschen Ländern, in Frankreich, England und den USA. Drais verkaufte nur wenige lizensierte Exemplare seiner Laufmaschine, fast alle gingen an Adelshäuser.
Das TECHNOSEUM zeigt nun unter anderem den Nachbau eines von Drais lizensierten Exemplars der 2. Generation aus den 1820er Jahren in den badischen Farben. Darüber hinaus sind Zeichnungen und Kupferstiche zu sehen sowie eine Ausgabe des „Großherzoglich Badischen Anzeigeblatts“ von 1818, in dem Drais Werbung für sein Fahrzeug machte. Die Neugestaltung dieses Bereichs ist Teil einer umfassenden Überarbeitung der Dauerausstellung des TECHNOSEUM.





