Der Umbruch kam von oben. Es war eine Gruppe von gemäßigten Republikanern um Léon Gambetta und Jules Favre, die am 4. September 1870 die sogenannte Dritte Republik ausriefen. Das erste Ziel der „Regierung der nationalen Verteidigung“ galt der Fortsetzung des Krieges gegen Deutschland. Spektakulär waren die Aktionen Innenminister Gambettas, der mit der Kriegführung beauftragt wurde. Per Fesselballon gelang ihm die Flucht aus dem inzwischen belagerten Paris. Die Aufstellung von Streitkräften in Form einer levée en masse scheiterte jedoch. Notgedrungen musste die neue Regierung Frieden mit dem „Erbfeind“ Deutschland schließen. Doch trotz der äußerst harten Forderungen Bismarcks im Frieden von Frankfurt, der die Abtretung des Elsass und von Teilen Lothringens festlegte, überstand die junge Republik diesen heiklen Moment. Das Ende der Dritten Republik besiegelte dann wiederum Deutschland. Mit der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen im Jahr 1940 löste das Vichy-Regime die fast 70 Jahre bestehende Republik ab.





