Schon seit langem ein beliebtes Opfer esoterisch angehauchter Amateure, haben sie daher immer wieder auch die Aufmerksamkeit der Alten Geschichte, Klassischen Philologie und Archäologie auf sich gezogen. In seinem Buch verbindet der in Paris lehrende Archäologe Jean-Louis Brunaux die unterschiedlichen Perspektiven dieser drei Disziplinen zu einer eindrucks‧vollen Gesamtdarstellung, die überdies auch die neuzeitliche Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der Druiden ausführlich berücksichtigt. Das begrüßenswerte Ziel des Autors ist eine Darstellung, die sich weder „nur an den Spezialisten wendet, noch ein Werk simpler Populärwissenschaft“ ist. Dies ist ihm gelungen.
Bekannt und geschätzt als Kenner der vorrömischen keltischen Kultstätten Nordgalliens (und insbesondere des von ihm ausgegrabenen Hei‧ligtums von Gournay-sur-Aronde), vermittelt Brunaux eine differenzierte und kritische Sicht auf die Druiden, die sich nicht nur von sogenannten esoterischen Darstellungen wohltuend abhebt, sondern auch von heute überholten, doch oftmals noch immer ausgeschriebenen und zumal in Nachbarwissenschaften fortgeschleppten Positionen der frühen Keltologie und Vergleichenden Religionswissenschaft. Insbesondere hebt Brunaux zu Recht hervor, dass die mittelalterliche irische Literatur zum Verständnis der Druiden im vorrömischen Gallien kaum etwas beiträgt, und setzt stattdessen auf eine konsequente Analyse der antiken Autoren im Kontext ihrer Zeit.
Flüssig geschrieben und kongenial übersetzt, verlangt das Buch gleichwohl aufmerksame Leser und eine gewisse Ausdauer, da sein Verfasser den Bogen von der Antike bis in die Gegenwart spannt und auch sprachwissenschaftliche Detailprobleme ausführlich erörtert. Dass man hier manche Fragen (etwa der Abhängigkeit Caesars von Poseidonios) mit guten Argumenten auch anders beantworten kann, zeigt unter anderem der Kommentar in Andreas Hofeneders großer Sammlung „Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen“ (Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2 Bände, Wien 2005 und 2008).
Rezension: Prof. Dr. Bernhard Maier





