Jochen Missfeldt, Landsmann Storms, Pilot und Schriftsteller, hat nun eine gut lesbare Biographie Storms veröffentlicht. Ausführlich beschreibt Missfeldt das Elternhaus des 1817 als Sohn eines Justizrats Geborenen, frühe dichterische Neigungen Storms, seine Frauenbeziehungen, seine berufliche Karriere als Jurist, seine antipreußisch-republikanischen Anschauungen, vor allem seine empfindsame, zum Hypochondrismus neigende Persönlichkeit.
Allerdings: Beflügelt von seinen eigenen literarischen Ambitionen, reißt Missfeldt seine Fabulierkunst teilweise fort, Eine analytischere Darstellungsweise hätte auch der Darstellung von Storms Werk gutgetan: Missfeldt sieht es einzig unter inhaltlichen Gesichtspunkten und dann auch nur als Ausdruck von Storms komplizierter Persönlichkeit, ohne den Kunstcharakter zu berücksichtigen. So gelingt es ihm nicht, eine angemessene Einordnung der spezifischen Poetik Storms zu leisten. Auf eine Biographie, die der Bedeutung des Dichters wirklich gerecht wird, muss man also weiter warten.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





