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RezensionRezensionen

Dynamisches Mittelalter

Autor: DAMALS-Redaktion

Das Mittelalter genießt keinen guten Ruf: Im Gegensatz zur Moderne erscheint es als statisch oder rückwärtsgewandt, als düster und unaufgeklärt. Der britische Mediävist und Autor Ian Mortimer möchte mit seinem Buch mit derartigen Mythen aufräumen. Dieser Ansatz ist nicht neu, aber ansprechend durchgeführt und angesicht…

Dynamisches Mittelalter
Das Mittelalter genießt keinen guten Ruf: Im Gegensatz zur Moderne erscheint es als statisch oder rückwärtsgewandt, als düster und unaufgeklärt. Der britische Mediävist und Autor Ian Mortimer möchte mit seinem Buch mit derartigen Mythen aufräumen. Dieser Ansatz ist nicht neu, aber ansprechend durchgeführt und angesichts der immer noch weitverbreiteten populären Vorstellungen über jene Epoche sicher nicht verkehrt.
Autor
DAMALS-Redaktion
03. Oktober 2025
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Rezensionen

Mortimer zeigt, dass weniger spektakuläre technologische Innovationen die mittelalterliche Welt verwandelten, als vielmehr viele kleine Veränderungen, die nach und nach den Horizont der Zeitgenossen weiteten. Er zeigt systematisch für verschiedene Dimensionen auf, wie sehr sich die gemeinhin Mittelalter genannte Welt auf den Ebenen der Kriegführung, der sozialen Ungleichheit, des Lebenskomforts, der Reise- und Nachrichtenübermittelungsgeschwindigkeit, der Bildung und des Individualismus transformierte. Auf all diesen Prozessen baut letztlich auch die Moderne auf, die stärker im Mittelalter wurzelt als gemeinhin anerkannt. Das gut lesbare Buch, das sich vor allem auf England konzentriert, räumt mit vielen Missverständnissen auf und führt gerade ein Laienpublikum in eine spannende und zu Unrecht unterschätzte Epoche.

Rezension: Dr. Sebastian Rojek

Ian Mortimer
Als Licht das Dunkel durchdrang
Das unterschätzte Mittelalter – eine Epoche des Wandels
Piper Verlag, München 2024, 327 Seiten, € 24,–.

EpocheMittelalterMortimerRezension

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