Anhand von archäologischen und historischen Erkenntnissen werden Fantasie und Wirklichkeit, „echt und falsch“, hinterfragt und beleuchtet. Dafür bietet sich die Region Basel – eine der burgenreichsten Landschaften Europas – gerade zu an. Der Glanz des Basler Rittertums mit seinen Turnieren strahlte weit in das Umland aus.
Ausgewählte Burgen der Region werden durch neuartige, im 3D-Druckverfahren hergestellte Modelle und archäologische Funde vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass selbst die Wissenschaft vor falschen Burgenbildern nicht gefeit ist. Exponate des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen eine romantisierte Sicht auf die Burgen und belegen eindrücklich, wie in dieser Zeit nachhaltig unser Burgenbild geprägt wurde. Dazu gehören auch die klischeehaften Geschlechterrollen des schutzbedürftigen Burgfräuleins und des heldenhaften Ritters. Ritter sind aber noch heute mit Begriffen wie „ritterliche Tat“ oder den „Jedi- Rittern“ aus der Filmreihe Star Wars als Heldenfiguren in der Gesellschaft verankert. Diese Idealisierung des Rittertums hat bereits zu Lebzeiten mittelalterlicher Ritter eingesetzt: Ritter wurden von einfachen Kriegern zu Kriegern des Guten, in den Kreuzzügen gar zu Gotteskämpfern.
Dies beeindruckte auch das aufstrebende Bürgertum, das seinen Vorbildern nachzueifern begann – vor allem auch deshalb, weil mit dem Ritterstand gesellschaftlicher Aufstieg und politische Ämter verbunden waren In die Fußstapfen der niedergehenden Ritter traten reiche Basler Bürger und die Stadt Basel. Die Stadt erwarb alte Ritterburgen und setzte Landvögte ein, welche Steuern eintrieben und Recht sprachen. An den Burgen prangte fortan das Basel Wappen – als Symbol der städtischen Herrschaft über das Land.





