Die Marmorbüste ist ein Höhepunkt der Erbacher Sammlungen und stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Nach einem griechischen Original wurden mehrere römische Kopien des frühen Alexanderbildnisses gefertigt. Bei der Leihgabe handelt es sich um die bedeutendste und am besten erhaltene Version. Sie zeigt den späteren makedonischen Herrscher noch als jugendlichen Kronprinzen mit langem gelocktem Haar sowie den charakteristischen aufgesträubten Strähnen in der Stirnmitte und entspricht damit dem griechischen Idealbild eines schönen, gebildeten Jünglings. Vermutlich war das ursprüngliche Bildnis Teil einer Ehrenstatue und entstand vor 336 v. Chr – also zu Lebzeiten Alexanders. 1791 wurde der Kopf in Rom gefunden und noch im gleichen Jahr von Graf Franz I. zu Erbach-Erbach bei einer Italienreise erworben.
Den Grundstein der umfangreichen Erbacher Sammlungen legte Graf Franz I. (1754–1823). Während er eine Vorliebe für die Antike und das Mittelalter sowie Natur- und Jagdkunde hatte, erweiterte sein Enkel Eberhard XV. (1818–1884) die Sammlung mit zahlreichen Möbeln und Kunsthandwerken. Heute gewähren dem Besucher viele Ausstellungsräume mit unterschiedlichen Schwerpunkten einen Einblick in die Sammelleidenschaft der Grafen.
Neben der Erbacher Büste wird die Sonderausstellung in Mannheim auch andere bedeutende Kulturschätze aus namhaften internationalen Museen der Öffentlichkeit präsentieren. Rund 400 Exponate – davon sind einige erstmalig in Europa zu sehen – dokumentieren das Wirken Alexanders auf Zeitgenossen und Nachwelt. Archäologische Funde zeugen von der Wechselwirkung zwischen griechischer, persischer und zentralasiatischer Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie ermöglichen dem Besucher, Alexanders elf Jahre dauernden Feldzug nach zu empfinden. Mediale Inszenierungen wie die detailgetreue Rekonstruktion der kürzlich ausgegrabenen Festung von Kurgansol (Usbekistan) machen die Ausstellung erlebbar.
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