Der gebürtige Aachener Wilhelm Schirp Laabs wanderte 1905 nach Mexiko aus und arbeitete dort bei den Siemens & Haske-Elektrowerken in Merida, der Hauptstadt Yukatans. In den folgenden 30 Jahren dokumentierte Laabs die sozialen, kulturellen und politischen Verhältnisse auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan. Als talentierter Amateurfotograf hielt er alles fest, was seine Aufmerksamkeit weckte: Das Spektrum der Motive reicht von den Arbeitsverhältnissen in der Fabrik bis zu Versammlungen und politische Demonstration, von Alltagssituationen bis zu Ausflügen und Familienfeiern.
Ethnologisch und historisch wertvolle Aufnahmen
Der eindrucksvolle Bildbestand ist nicht nur eine Fundgrube für deutsche und mexikanische Ethnologen, sondern stellt auch für Historiker eine reichhaltige Quelle dar. So spiegeln sich in den Aufnahmen etwa der Urbanisierungsprozess Meridas und andere bedeutende Entwicklungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch die Migrationsforschung kann aus dem Material wichtige Erkenntnisse zur alltäglichen Lebenswelt deutscher Auswanderer in Mexiko gewinnen.
Sammlung ab 2017 online verfügbar
Die Fotosammlung, die in der Universitätsbibliothek Augsburg digitalisiert vorliegt, soll nun von den Wissenschaftlern bis 2017 systematisch aufbereitet und online zugänglich gemacht werden. Über die Klassifizierung der Bilder und über deren Einordnung in die jeweiligen Kontexte hinaus ist es der Anspruch des Forscherteams, Schirp Laabs fotografischen Nachlass möglichst umfassend auszuwerten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Neben der Erschließung und Bewahrung geht es laut dem Projektleiter Professor Günther Kronenbitter also auch um die Verbreitung eines bedeutenden visuellen kulturellen Erbes.





