Anna von Brandenburg (1487–1514) war nur zwölf Jahre Herzogin von Schleswig und Holstein. Und doch ist über 500 Jahre später die Erinnerung an sie dort noch lebendig. Ein Zufall ist das nicht, sondern hängt vor allem mit einem Ort zusammen: der Klosterkirche in Bordesholm. Denn wer den beeindruckenden gotischen Hallenbau betritt, kommt an Anna nicht vorbei: In der Mitte des Kirchenraums liegt sie wie aufgebahrt, aber mit wachem Blick, ihre Hände im Gebet erhoben, neben sich ihren Ehemann Herzog Friedrich (1471–1533) und zu ihren Füßen einen kleinen Hund, der für ihre Treue steht. Mit elegantem Kleid, modischem Kopfschmuck und Halsgeschmeide ist sie als Fürstin ihrer Zeit dargestellt.
Das mit Messing verkleidete imposante und reich verzierte Grabmal wird die Besucher damals wie heute in den Bann gezogen haben. Aber nicht nur in der so lebensecht wirkenden Grabfigur begegnet man Anna, sondern auch beim weiteren Blick in die Kirche. Ein bedeutender Teil der Kirchenausstattung geht auf das herzogliche Paar Anna und Friedrich zurück. In seinem Auftrag erhielt der Chor ein aufwendig geschnitztes Gestühl, das Annas Brandenburger Wappen zeigt. Das Ensemble wurde durch den berühmten Altar von Bordesholm vervollständigt, der heute im Dom von Schleswig bewundert werden kann. Anna und ihr Ehemann setzten sich hier für die Nachwelt in Szene – mit Erfolg, wie man sagen kann.





