Krebs beginnt seine flüssig geschriebene Darstellung jedoch zunächst mit der Ausleuchtung der Entstehungshintergründe der „Germania“ und legt ihren politischen, auf die römischen Verhältnisse zielenden Kern bloß. Nur in einem einzigen Exemplar überlebte die Schrift im „Codex Hersfeldensis“ und fand mit ihm im 15. Jahrhundert ihren Weg nach Italien.
Der Autor zeigt, wie der angebliche „Urtext der Deutschen“ in den folgenden Jahrhunderten immer neu interpretiert wurde und zum Zeugnis des „deutschen Geistes“ wurde. Allerdings gerät Krebs die Rezeptionsgeschichte der „Germania“ zu einseitig, wenn er seit dem 19. Jahrhundert lediglich die Suche nach den Wurzeln eines rassereinen „Deutschtums“ erkennen will. Krebs beginnt und endet mit dem vergeblichen Versuch Heinrich Himmlers, des Textes habhaft zu werden.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





