Damit die gesamte Anlage erfasst werden kann, wurde nun im Juni und Juli erneut bei Geizendorf gegraben. Dort förderten die aktuellen Arbeiten neben Keramik und einem vollständig erhaltenen Skelett überraschenderweise auch einen Dolch und eine Gewandnadel aus Bronze zu Tage. Die Archäologen vermuten – in Anbetracht des Dolches als Statussymbol – hier das Grab eines Häuptlings. Zwar gab es Spuren von versuchter Plünderung, doch scheint es dem Räuber nicht gelungen zu sein, an die Beigaben zu gelangen. Trotz weniger herausragender Funde nimmt man an, dass es sich hier um ehemals reiche Grabfelder handeln muss, denn fast alle wurden komplett zerwühlt und zerstört. Einige Skelettteile fanden die Forscher sogar in fremden Gräbern und schlossen so auf eine gleichzeitige Plünderung der gesamten Anlage. Weiter liefern die Ausgrabungen den Archäologen Erkenntnisse über die Bestattungsweise der Toten in der Bronzezeit. So konnten sogar die letzten Überreste von Holzsärgen festgestellt werden.
Die Anzahl der Gräber sei für den Norden Niederösterreichs charakteristisch, im Süden seien sie sogar noch bedeutend größer, so der Leiter Dr. Lauermann. Die Funde werden nun im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya restauriert und anschließend eingehenden DNA-Analysen und anthropologischen Untersuchungen unterzogen.





