Der antike Historiker Cassius Dio, damals noch keine 40 Jahre alt, berichtete als Augenzeuge über den verheerenden Brand auf dem Forum Romanum im Jahr 192: „In der Nacht brach in einem Haus ein Feuer aus, sprang auf den Tempelbezirk der Pax über und verbreitete sich zu den Magazinen der ägyptischen und arabischen Waren, von wo aus es, in die Luft gehoben, zum Palatin gelangte und sehr viel von ihm vernichtete. So verbrannten auch beinahe alle Dokumente, die den Staat betrafen. Am folgenden Tag aber wurde besonders offenkundig, dass das Übel nicht in der Stadt [Rom] stehen bleiben, sondern in die ganze Welt kommen würde: Das Feuer konnte nicht von Menschenhand gelöscht werden, auch wenn sehr viele Privatleute und sehr viele Soldaten Wasser herantrugen und auch wenn [Kaiser] Commodus selbst, der aus der Vorstadt gekommen war, sie ermutigte, sondern erst, als das Feuer alles zerstört hatte, … verlosch es und hörte auf.“
Aus Sicht des jungen Geschichtsschreibers Herodianos, damals Anfang 20, war die Zerstörung des Tempelbezirks der Pax, der Friedensgöttin, besonders dramatisch: „Es war das reichste von allen Heiligtümern, und wegen seiner Sicherheit mit Weihegaben aus Gold und Silber geschmückt; jedermann deponierte dort, was er an Wertsachen besaß. Das Feuer aber machte in jener Nacht viele von Reichen zu Armen.“ …
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Prof. Dr. Kai Brodersen





