Aus den vier Höhlen Hohlenstein, Vogelherd, Geißenklösterle und Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb stammen die ältesten, bisher bekannten Kunstwerke und Musikinstrumente der Welt. Die Schnitzereien wurden fast ausschließlich aus Mammutelfenbein hergestellt und sind zwischen 35 000 und 40 000 Jahre alt. Die bislang mit etwa 30 Zentimeter Höhe größte aller eiszeitlichen Figuren ist der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel im Lonetal, das in Baden-Württemberg liegt (Alb-Donau-Kreis und Landkreis Heidenheim).
Am 25. August 1939 wurden über 200 Fragmente gefunden, ohne deren Bedeutung zu erahnen. Damals wurden diese Fragmente zwar als bearbeitet erkannt, aber nicht weiter beachtet. Erst Ende der 1960er Jahre bemerkte ein Archäologe, dass die Fragmente zu einer Figur gehören und fügte diese zusammen.
Die Zusammensetzung zeigte zwar ein Mischwesen, aber gerade die charakteristische Gesichtspartie fehlte. In den folgenden Jahrzehnten fanden sich weitere Fragmente, die eindeutig zu der Figur gehören. Diese konnten hauptsächlich im Kopfbereich angesetzt werden. Die erste professionelle Restaurierung fand Ende der 1980er Jahre im Württembergischen Landesmuseum statt. Bis 2012 wurde am Zustand des Löwenmenschen nichts verändert.
Die Leiterin der archäologischen Restaurierung, Nicole Ebinger-Rist, geht davon aus, dass die neuen Teile den fragmentarisch vorliegenden Löwenmenschen komplettieren. Bevor die Anpassungen vorgenommen werden konnten, wurde die Figur in ihre Einzelteile zerlegt, so dass den Forschernre derzeit etwa 800 Mammut-Elfenbeinfragmente vorliegen. Nach der Restaurierung soll die Figur vollständiger und größer als vorher sein.
Aufgrund der Einzigartigkeit der archäologischen Funde bereitet das Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg derzeit einen Antrag zur Aufnahme der Höhlen in die Welterbeliste der UNESCO vor.





