Für die Freier sang der weithin berühmte Sänger, die aber saßen schweigend da und hörten zu. Er aber besang die traurige Heimkehr der Griechen von Troja, die ihnen Pallas Athena auferlegt hatte.“ Es sind nur drei Verse im 1. Buch der „Odyssee“, aber sie gewähren uns einen ersten Blick in die Sängerkultur im 7. Jahrhundert v. Chr.
Die beim Gelage, dem Symposion, versammelten Männer lauschen dem Vortrag eines hoch angesehenen Sängers (Aöden), der entweder aus eigenem Antrieb ein Thema wählt oder wie später im 8. Buch auf Zuruf improvisiert. Das Ansehen der Aöden findet seinen Ausdruck schon in ihren sprechenden Namen: Im 1. Buch ist es Phemios, der „etwas zu sagen hat“; im 8. Buch tritt Demodokos auf, „der beim Volk Angesehene“.





