Wäre er vor sechs Jahrhunderten geboren, so würde aus so knorrigem Eichenstamme ein herrschsüchtiger und höchst gewalttätiger Kirchenfürst geschnitzt worden sein – so hat er sich als ein Kunstdiktator bescheiden müssen und die überschüssigen Energien sind in werktätiger Werbearbeit verausgabt worden.“ So beschrieb der Kunsthistoriker und Provinzialkonservator Paul Clemen seinen Zeitgenossen Alexander Schnütgen in einem Nachruf.
Der 1843 geborene Schnütgen wuchs im Deutschland der Industrialisierung auf. Das Revolutionsjahr 1848 hat er laut eigener Erinnerung im Alter von fünf Jahren „im Schmuck einer Kokarde, liedersingend bewusst mitgemacht“. Schnütgens Vater war ein Kaufmann. Er stammte aus Steele (heute ein Stadtteil Essens) und trug den stolzen Namen Franz Napoleon Alexander Schnütgen. Doch er litt unter einer stetig schlimmer werdenden Nervenerkrankung, und der Einfluss der Mutter setzte sich bei der Erziehung des ältesten Sohnes Alexander immer mehr durch. Schnütgen wählte nach dem Besuch des Gymnasiums in Essen, das er mit sehr guten Noten abschloss, den – in seinen eigenen Worten – „üblichen, auch in den vermögenden Familien durch die religiöse Richtung, namentlich der Mütter, beliebten Weg“ des Theologiestudiums. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 04/2013.
Birgit Kilp





