Im Oktober 1814 war eine beträchtliche Anzahl Bürger in Probstheida, einem der schwer zerstörten Dörfer bei Leipzig, zusammengekommen, um mit dem Aufrichten eines rund 18 Meter hohen Holzkreuzes der Schlacht und des Sieges bei Leipzig dauerhaft zu gedenken. Organisiert hatte die Feier die alliierte Besatzungsbehörde Sachsens, und gekommen waren nicht nur Patrioten, sondern auch viele Neugierige. „Daher war es auch kein Wunder daß bey der starken Bevölkerung Leipzigs eine große Menge zur Errichtung des Kreuzes nach Probstheida strömte, welches wohl auch bey einer Puppencomödie, … geschehen seyn würde, da zumal das Wetter sehr schön war.“ Ziemlich bissig beschrieb ein Beobachter die damalige Szenerie. Als später der Wiener Kongress beschloss, Sachsen habe die Hälfte des Landes an Preußen abzutreten, war die Enttäuschung ob der vielen Sonntagsreden über die gemeinsame deutsche Sache riesengroß. Wenig später brach das noch relativ neue Kreuz zusammen. Man hatte es angesägt. Ein angehefteter Zettel verkündete: „Hat uns der Preuße das Land gestohlen, kann auch das Kreuz der Teufel holen.“
Für Völkerschlachtdenkmale war das Klima in Leipzig zunächst also kein günstiges, obwohl das 19. Jahrhundert als das der Denkmale schlechthin gilt. Und ein solch epochales Ereignis, wie es die Leipziger Schlacht von 1813 war, verlangte geradezu nach dauerhafter Erinnerung. Der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus, Herausgeber der Zeitung des alliierten Hauptquartiers, diskutierte daher schon bald in seinen „Deutschen Blättern“ Standort, Form und Inhalt eines möglichen Denkmals. Wer das errichten sollte, blieb allerdings völlig unklar. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 06/2013.
Steffen Poser





