Ob Winston Leonard Spencer Churchill – so sein voller Name – als Kind bereits mit seinen ersten Worten zitierfähige Aphorismen lieferte, ist nicht bekannt. Allerdings sind seine literarischen Erinnerungen an Kindheit und Jugend, die er 1930 unter dem Titel „My early life“ (deutscher Titel: „Meine frühen Jahre“) veröffentlichte, gespickt mit Bonmots. So notiert er zu seiner besonderen Verbindung mit Blenheim Palace, dem Schloss der Herzöge von Marlborough, dass er hier die beiden wichtigsten Entscheidungen seines Lebens getroffen habe, „geboren zu werden, und zu heiraten, und weder das eine noch das andere habe ich je bereut“.
John Churchill (1650–1722), der erste Herzog von Marlborough, war ein Held der Kriege Englands gegen den französischen König Ludwig XIV. (reg. 1643–1715). Zum Dank ernannte man ihn zunächst zum Grafen, später zum Herzog. Um die eigene Bedeutung auch architektonisch angemessen zur Schau zu stellen, ließ John Churchill in der Grafschaft Oxfordshire ein riesiges Schloss bauen: Blenheim Palace. Es ist benannt nach einem der glanzvollsten Siege des Feldherrn im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714). In der deutschen Historie gilt als namengebender Ort der Schlacht jedoch nicht Blenheim (Blindheim), sondern das nahegelegene Höchstädt an der Donau. Am 13. August 1704 siegten die von John Churchill kommandierten Engländer hier gegen bayerische und französische Truppen.





