Die Mittsommerprozession, die sich von den prunkvollen Palästen des Palatin aus in Richtung Stadtrand bewegte, bot einen selbst für römische Augen sehr ungewöhnlichen Anblick. Vorn marschierten Soldaten. Wer die stolz erhobenen Standarten sah, musste unweigerlich an einen Triumphzug denken, mit denen erfolgreiche Heerführer ihre militärischen Erfolge zu feiern pflegten. Doch folgten nach den Soldaten keine Kriegsgefangenen und keine geraubten Schätze. Stattdessen waren nun Bildnisse römischer Gottheiten zu sehen. Rühmte sich hier jemand, das Pantheon selbst unterworfen zu haben? Der Protagonist des Zuges kam nun in Sicht: Auf einem prächtigen Streitwagen stand ein schwarzer Stein, vermutlich ein Meteorit, umwickelt mit den Zügeln, ganz so, als lenke er selbst das Gefährt. Das Zaumzeug hielt jedoch ein Mensch, der vor dem Wagen rückwärts einherrannte. Die Gestalt trug ein Ornat, das die Zuschauer an freizügige Frauenkleider erinnerte. Das Gesicht, dem schwarzen Stein zugewandt, war stark geschminkt – stärker, als dies für eine vornehme Dame angemessen gewesen wäre.





