Elisabeth Charlotte kam 1652 als wittelsbachische Prinzessin in Heidelberg, der Residenzstadt der vollkommen verarmten und entvölkerten Kurpfalz, zur Welt. Das Territorium lag insofern am Boden, als Liselottes Großvater, Kurfürst Friedrich V., nach der böhmischen Krone gegriffen hatte, um als böhmischer König (Friedrich I.) und möglicher künftiger Kaiser dem Heiligen Römischen Reich ein protestantisches Gepräge zu geben.
Der Aufstand der böhmischen Stände gegen König Ferdinand, der die Rekatholisierung durchzusetzen beabsichtigte, fand die Unterstützung des pfälzischen Kurfürsten. Die Annahme der böhmischen Krone lag in Friedrichs starkem reformierten Glauben und der Überzeugung von seiner göttlichen Auserwähltheit begründet. Sein Traum zerplatzte allerdings, und als „Winterkönig“ verspottet musste er sich nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 ins niederländische Exil in Den Haag zurückziehen. Der gescheiterte König erfuhr in der Folge bitter die Exklusion aus der europäischen Fürstengesellschaft: Seine Kurwürde wurde den bayerischen Verwandten übertragen, seine Lande fremdverwaltet und im Dreißigjährigen Krieg stark verwüstet.





