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Eine Brandenburgerin in Italien
Als junges Mädchen verließ Barbara von Brandenburg ihre Heimat, um am Hof von Mantua eine neue Welt zu betreten. Was als dynastische Verbindung begann, wurde zum Ausgangspunkt einer beeindruckenden Karriere als Vermittlerin, Diplomatin und Netzwerkerin.
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Barbara von Brandenburg (1422–1481) ist unter den Zollern-Frauen eine bekannte Erscheinung, allein schon dank eines berühmten Wandbilds von Andrea Mantegna in Mantua: eine Matrone mit Schleier neben dem Markgrafen Ludovico, ihrem Mann, und inmitten einer großen Schar Kinder. Dass sie dort so selbstverständlich und großformatig als Mittelpunkt dieses adligen „Hauses“ inszeniert wurde, ist kein Zufall: Ihre Ehe gilt als Beispiel einer äußerst geglückten dynastischen Verbindung. Als Zehnjährige wurde die Enkeltochter von Elisabeth und Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg mit Ludovico (1412–1478) verlobt, dem Spross der frisch zu Markgrafen erhobenen Gonzaga in Mantua. Die Zollern mussten keine Mitgift für sie zahlen, ein entsprechend hoher Betrag war als Witwensicherung lediglich seitens des Bräutigams aufzubringen. Dies macht deutlich, welch enorme Bedeutung die Aufsteigerfamilie aus Norditalien der Verbindung zu diesen deutschen Fürsten beimaß.
Von Augsburg nach Mantua: der Weg in ein neues Leben
Das Mädchen wurde umgehend nach Italien gebracht, um es dort noch vor der Eheschließung an die Gegebenheiten zu gewöhnen. Die Übergabe der Braut erfolgte in Augsburg am 28. Oktober 1433, sie reiste in einem vierspännigen vergoldeten Brautwagen. Der Hof in Mantua schickte ihr 200 Reiter und prachtvolle Geschenke entgegen, darunter Gewänder und ein Rock „von Golde so schwer, als in anhett, der stuende uffrecht vor eitel Gold und was lang“. Am 12. November kam sie in Mantua an, begleitet von 20 Edelfrauen in weißem Damast; die deutsche Eskorte wurde aber nach der Hochzeit schnell zurück nach Hause beordert.
Am Hof wurde sie zur Ausbildung, Erziehung und Sozialisierung zusammen mit Söhnen und Töchtern des Markgrafenpaars von Vittorino da Feltre unterrichtet und geformt: Bei diesem großen humanistischen Pädagogen lernte sie Griechisch, Latein und natürlich fließend Italienisch, darüber hinaus Mathematik, Philosophie sowie Rhetorik und las antike Autoren von Plato bis Cicero. Sie tauchte also mit Leib und Seele in die italienische Hof- und Renaissancekultur ein.
Barbaras Ehe mit Ludovico scheint ziemlich harmonisch gewesen zu sein, selbst zu Zeiten, als ihr Mann mit seinem Vater im Streit lag – was die Familie schwer belastete. Ludovico verbrachte sogar einige Zeit im Exil; sobald die beiden aber zusammenleben konnten, war es bei ihr in Marmirolo nördlich von Mantua. Die ersten von zehn Kindern kamen zur Welt: der „Erbprinz“ Federico am 25. Juni 1441, Francesco am 15. März 1444. Eine Versöhnung mit dem Vater und diese gesicherte Nachkommenschaft sorgten dafür, dass Ludovico wieder als Erbe eingesetzt und 1444 selbst Markgraf wurde.
Das Fürstenpaar herrschte mit einer informellen Rollenverteilung: Ludovico war viel unterwegs und führte außerhalb des eigenen Territoriums Kriege, während Barbara neben der Organisation des Hoflebens und der Ausbildung des Nachwuchses auch die Herrschaftsgeschäfte als Markgräfin verantwortete. Mit ihrem Mann stand sie in engem brieflichem Austausch. Er vertraute ihr – mit Recht und Erfolg, denn das kleine Fürstentum blühte in den Jahrzehnten bis zu ihrem Tod 1481 auf. Ein Zeitgenosse sang ihr folgendes Loblied: „[Sie] ist so wyse und hoher vernunft, daz sy für Iren gemachel wie wol der sel ouch wys und gelert ist, doch dann allein regieret land und lüte, handelt tut und lässet nach Irem willen und das so wol das niemant schelten mag.“ Insbesondere Barbaras Rolle als Netzwerkerin zwischen nordalpinen Mächten wie ihrer Herkunftsfamilie oder dem Kaiser und den italienischen Signori bis zur Kurie war in all den Jahren herausragend. Vorteilhaft waren auch die Lage Mantuas und die offene Gastfreundlichkeit Barbaras. So kamen beispielsweise auf dem Weg ins Heilige Land und nach Rom ihre Cousins und ihr Vater mehrfach zu Besuch.
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Barbara und ihre Schwestern setzen sich mit Nachdruck für ihre Erbansprüche ein
Bei einem dieser Wiedersehen gelang es Barbara, ihrem Verdruss darüber abzuhelfen, dass sie 1433 von ihrer Familie keine Mitgift bekommen hatte, gleichwohl aber einen Erbverzicht hatte unterzeichnen müssen: 18 Jahre später verschrieb ihr Vater Johann ihr die Einkünfte aus dem fränkischen Neustadt an der Aisch im Wert von 12 000 Gulden bei 1000 Gulden jährlicher Rendite aus Nürnberg als Ausgleich zu ihrer ausgefallenen Aussteuer. Sollte der Vater ohne männliche Erben sterben, stünde Barbara die volle Nutzung Neustadts oder eine Auszahlung zu. Ihr Onkel Albrecht Achilles bestätigte Barbara dies im Jahr darauf schriftlich. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1464 forderte sie diese Einkünfte tatsächlich lautstark bei ihren Verwandten ein. Auch um materielle Hinterlassenschaften wie Schmuck und Silbergeschirr, die in einem Nürnberger Kloster hinterlegt waren, ging es. Um diese Einkünfte zu erlangen, tat sich Barbara mit ihren Schwestern zusammen, der nach Stettin verheirateten Elisabeth und Dorothea, der dänischen Königin.
Beharrlich verfolgten die Zollern-Schwestern jahrelang ihre Erbansprüche gegenüber ihren Onkeln Kurfürst Friedrich II. und Albrecht Achilles mittels zahlreicher Gesandtschaften und Briefe, aber auch durch Schreiben an den Kaiser und Interventionen beim Papst. Doch gelang es offenbar den Diplomaten der Onkel, dies zu hintertreiben. Klar ist nur, dass Dorothea auf ihrer Romreise in Nürnberg einen Skandal verursachte, indem sie den Mönchen Untreue vorwarf. Sie hätten das Erbe Johanns ohne Rücksprache oder Erlaubnis den Gefolgsleuten der zollerischen Markgrafen ausgehändigt. Zahlungen für oder aus Neustadt erhielt Barbara jedenfalls bis an ihr Lebensende nicht im ihr zustehenden Maß. Dies blieb ein trübes Kapitel des ansonsten guten Verhältnisses zur Zollern-Familie.
Die Markgräfin von Mantua bleibt den Zollern eng verbunden
Barbara pflegte den Kontakt mit der Familie der Zollern intensiv. So schickte sie ihren dritten Sohn Gianfrancesco (1446–1496) zur Erziehung und Ausbildung 1455 an den Hof ihres Vaters, zusammen mit seiner Amme und dem Humanisten Arrighino de Busseto als Lehrer. Dieser sollte darauf achten, dass der Knabe außer der Landessprache auch ein Verhalten erlerne, das den Verwandten „grato et accepto“ sei. Doch scheint der Verlauf dieses Aufenthalts beim Großvater die Mutter nicht überzeugt zu haben.
Sie drängte darauf, dass der Junge mehr im Land herumkomme und bei politisch relevanten Treffen mitgenommen werde, damit er möglichst viel lerne. Deshalb vereinbarte Barbara mit ihrem Onkel Albrecht Achilles einen Wechsel an den Hof dieses rührigen Akteurs im Reich, wo Gianfrancesco 1458 „hupschlich in pünt gemacht … mit klaidern vnd mit pferden“ auch ankam. Dort nahm er gleich an einem großen Turnier und der Hochzeit Albrechts mit Anna von Sachsen teil, bald darauf an einem Fürstentag in Bamberg und der Fürstenhochzeit in Eger 1459. Dieses Programm war recht nach dem Geschmack von Mutter und Sohn. Zusammen mit seinem Onkel kam er im Januar 1460 zurück nach Mantua; die Achse zwischen den dynastischen und geopolitischen Parteien war so auch in der nächsten Generation gestärkt.
In diesem Sinn bahnte Barbara außerdem drei Ehen ihrer Kinder mit Partnern aus nordalpinen Fürstenhäusern an: Der zukünftige Markgraf Federico heiratete im Jahr 1463 eine Wittelsbacherin. Die Tochter Barbara sollte zunächst Leonhard von Görz heiraten, doch erachtete die Mutter Eberhard von Württemberg als bessere Partie – „perché l’altro stato che questo, et più potente et de maior reputatione et entrate“ (er sei „besser in puncto Stand, Ansehen und Einkünften“). Die Hochzeit wurde 1474 in Urach abgehalten, allerdings blieb die Ehe kinderlos.
Der letzten heiratsfähigen Tochter Paula war dann doch anstelle ihrer Schwester besagter Kärntner Reichsfürst Leonhard bestimmt. 1478 fand die Hochzeit statt, die Ehe verlief jedoch wenig erfreulich: Ohne Nachwuchs wurde die öfter kränkelnde Paula von ihrem Mann teils unstandesgemäß „kurz gehalten“. Auch mit den verheirateten Töchtern stand Barbara in gutem Kontakt und setzte sich unermüdlich für deren Interessen ein.
In Barbaras eigenem Gefolge waren unter den rund 60 Personen stets mehrere, die aus Franken stammten und als treue Gesandte, Ratgeber oder Fürsprecher dienten. Diese familiari der Zollern lebten teils jahrelang am Hof in Mantua. Sie bildeten das diplomatische Bindeglied zwischen Mantua und dem Reich. Durch ihre Vertrautheit mit den Markgrafen von Brandenburg und dank ihrer guten Kenntnisse der Verhältnisse im Reich ebenso wie beider Sprachen waren sie bestens dafür geeignet, geschickt und zielstrebig Barbaras Interessen durchzusetzen.
Verbindungen knüpfen mit Papier, Feder und Siegel
Als eine zentrale Leistung Barbaras ist das Netzwerken durch Kommunikation zu bewerten: Sie schrieb in überaus dichter Folge unzählige Briefe, nicht nur an ihren Mann und an Amtsleute in ihrem Territorium, sondern insbesondere auch an die deutsche Verwandtschaft in Franken, Sachsen und Dänemark sowie an den Kaiser. Auf diesem Weg kontrollierte sie das soziale System, dessen Vitalfunktion sie bildete: Sie war Herrin des Informationsflusses, der eindringlichen oder diplomatisch formulierten Ansinnen, der Erinnerung an Verabredungen und der Hinweise auf Intentionen, wie oder wo die Strippen gezogen werden könnten. Sämtliche Fäden der diplomatischen Kommunikation der Markgrafschaft liefen also bei ihr zusammen. Eine beeindruckende Leistung in Zeiten ohne medial-technische Vernetzung wie dem Internet oder den Sozialen Medien.
Eindrücklich und quasi in einer Verdichtung dargestellt ist Barbaras Rolle in Mantua in den Fresken der Camera picta oder Camera degli sposi. In markgräflichem Auftrag führte Andrea Mantegna sie von 1465 bis 1474 aus. Der Raum diente als Repräsentations- wie als privater Raum innerhalb des Palasts. Die Fresken zeigen einerseits Familie und Hof, sind aber zugleich bis heute auch ein gemalter Ausdruck des Selbstverständnisses und der vielfältigen Kontakte Barbaras. Der einflussreiche Kunsttheoretiker und Architekt Leon Battista Alberti findet sich in diesen faszinierenden Bildwelten ebenso wieder wie politische Verbündete, etwa Kaiser Friedrich III. und der dänische König Christian, Barbaras Schwager. Neben konkreten Personen (und Tieren!) zeigt eines der Fresken auch Rom und sein Umland. Deutlich zu erkennen sind zum Beispiel die Cestius-Pyramide, das Kolosseum oder Tivoli.
Guter Draht nach Rom: Barbara bringt den Papst nach Mantua
Diese Verbindung nach Rom ist auch in Barbaras politischem wie familiärem Wirken von größter Bedeutung. Sie hatte durch gute Beziehungen zu Papst Pius II. (amt. 1458–1464) im Jahr 1459 ein Großereignis nach Mantua geholt: den sogenannten Fürstentag, den der Piccolomini-Papst plante, um unter seiner Führung möglichst alle Mächte zu vereinen. Angesichts der Bedrohung durch das Osmanische Reich (Eroberung von Konstantinopel 1453), französischer und italienischer Partikularinteressen und starker konziliarer sowie antipäpstlicher Tendenzen im Reich unternahm Pius den Versuch, eine gemeinsame Dynamik zu entfalten und die auseinanderdriftenden Kräfte unter der Ägide des Papsttums zusammenzubinden.
Mantua bot mit seiner Lage im Norden Italiens im Gegensatz zu Rom einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil, da dies die Entfernung für die erhofften wichtigen Teilnehmer aus Frankreich und dem Reich verkürzte. Pius selbst hatte bereits in seinen Dienstzeiten am Hof Kaiser Friedrichs III. auch Barbaras Onkel Albrecht sehr schätzen gelernt, was zwischen Barbara und dem Papst eine entscheidende Vertrauensbasis geschaffen hatte. So fungierte Barbara also durchaus umgekehrt auch als Vermittlerin päpstlicher Interessen gegenüber reichspolitischen Adressaten.
Pius II. zog am 27. Mai 1459 in Mantua ein und hatte sein Quartier im markgräflichen Palast. Seiner Einladung leisteten die Herren jedoch nur zögerlich Folge. Die vom Papst so ersehnte Teilnahme von Kaiser Friedrich und Markgraf Albrecht Achilles versuchte nicht nur er selbst, sondern besonders auch Barbara durch zahlreiche drängende Briefe gen Norden zu erreichen. Erst am 26. September fand die feierliche Eröffnung statt. Im Januar 1460, kurz vor Ende der Veranstaltung, kam der Brandenburger endlich, aufgehalten durch drohenden Krieg in seinen Landen – allerdings ohne klare Zusagen im Gepäck.
Die Beurteilung des politischen Wertes dieses Fürstentags hängt von der Perspektive der Historiographen ab. Pius selbst meinte zusammenfassend, die Veranstaltung sei fruchtbar gewesen, nicht im ersehnten Maß, aber doch mehr, als manche glauben machen wollten. Er sah also wohl zumindest seine Autorität durch die Zusammenkunft gestärkt. In seinen „Commentarii“ charakterisierte er auch die Gastgeberin Barbara als „prestanti animo atque ingenio foeminam, et quae dominandi artem calleret, queque viro prolem pulcherrimam peperit“ („eine Frau von hervorragendem Geist und Talent, die die Kunst der Regierung versteht und ihrem Mann wunderbaren Nachwuchs schenkte“).
Die Stadt wurde in Vorbereitung auf das Ereignis regelrecht herausgeputzt und die Kirche San Francesco in päpstlichem Beisein geweiht. Zur Begrüßung hielten die 14-jährige Ipolita Sforza und der 15-jährige Francesco Gonzaga beim festlichen Einzug kleine lateinische, viel bewunderte Ansprachen. Letzterer war es auch, der vor allem durch seine Mutter Barbara massiv gegenüber Pius als zukünftiger Kardinal ins Gespräch gebracht wurde, dynastisch zielstrebig und ungeachtet seines jungen Alters. Denn ein Kardinal aus der eigenen Familie versprach ungeheure Vorteile, etwa konkrete rechtliche Erleichterungen und finanziellen Zugewinn. Barbara verstand es offenkundig, die Verdienste der Gonzaga um den Fürstentag bei Pius II. gebührend zu unterstreichen, um so den Sohn auf der kirchlichen Karriereleiter einen riesigen Schritt voranzubringen.
Ehrgeiz und Erfolg: Ein Sohn wird zum Kardinal
Im zweiten Anlauf gelang dies, nicht zuletzt dank unterstützender Schreiben von Albrecht Achilles, dem Kaiser und den Kardinälen Bessarion und Kues: Am 18. Dezember 1461 verkündete der Papst die Ernennung Francescos zum Kardinal von Santa Maria Nova. Sein Alter, das eine derartige Berufung eigentlich unmöglich machte, versuchte man zu verschleiern. In der Camera picta wird das Treffen Francescos (deutlich älter dargestellt!) mit seinem Vater ins Bild gesetzt, das allerdings nicht vor römischer Kulisse, sondern zwischen Mantua und Mailand stattfand. Auch waren weder der Kaiser noch der dänische König anwesend, die hier porträtiert sind.
Die Kardinalsernennung war ein großer Erfolg für Barbara und die deutschen Parteigänger: Aufgrund seiner mütterlichen Abstammung galt Francesco als Teil der „natio germanica“ und versprach, deren Interessen als Prokurator zu vertreten. Pius mochte den jungen Gonzaga-Kardinal, der oft in seiner Nähe war – sogar bei den ungewöhnlichen kurialen Campagna-Ausflügen. Über diese Erlebnisse berichtete Francesco regelmäßig seinen Eltern. Barbara war also über die neuesten Gerüchte aus Rom stets bestens informiert.
Dort entwickelte sich der Haushalt Francescos, der außer 45 Tieren schon bald über 80 Personen umfasste (darunter der berühmte Literat Poliziano), zur Anlaufstelle für Gesandte aus dem Norden. Sie erbaten beim „deutschen Kardinal“ Übersetzungshilfe, vor allem aber Fürsprache und Unterstützung bei Fragen von Ausnahmegenehmigungen, Straferlassen, Empfehlungen und Ähnlichem, die nur über die Kurie zu erreichen waren. Dass diese Schiene stark und erfolgreich von den Zollern, Sachsen und auch dem dänischen Königshaus genutzt wurde, ist an zahlreichen Vorgängen abzulesen.
Manchmal zog sich der Kardinal anstelle seiner Verwandten den Unmut des Papstes zu, wie im Fall der in Rom unerwünschten Verheiratung einer Tochter von Albrecht Achilles im Jahr 1467. Auch der strittige Umgang mit der Ehe einer anderen Tochter Albrechts, der Verbindung Barbaras mit dem böhmischen König 1476, verursachte über Jahre unterschiedlichste Anstrengungen an der Kurie. Dabei erhielt Kardinal Francesco für seine Mühen nicht immer, was er selbst anstrebte, wie beispielsweise das Erzbistum Lund oder das Bistum Lebus. Die Entlohnung dürfte sich dagegen auf der Ebene großfamiliärer, klientelärer Verflechtung und Zusammenhänge niedergeschlagen haben – die Barbara von Brandenburg in Mantua so perfekt in alle Richtungen auszubauen verstanden hatte.
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