Barbara von Brandenburg (1422–1481) ist unter den Zollern-Frauen eine bekannte Erscheinung, allein schon dank eines berühmten Wandbilds von Andrea Mantegna in Mantua: eine Matrone mit Schleier neben dem Markgrafen Ludovico, ihrem Mann, und inmitten einer großen Schar Kinder. Dass sie dort so selbstverständlich und großformatig als Mittelpunkt dieses adligen „Hauses“ inszeniert wurde, ist kein Zufall: Ihre Ehe gilt als Beispiel einer äußerst geglückten dynastischen Verbindung. Als Zehnjährige wurde die Enkeltochter von Elisabeth und Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg mit Ludovico (1412–1478) verlobt, dem Spross der frisch zu Markgrafen erhobenen Gonzaga in Mantua. Die Zollern mussten keine Mitgift für sie zahlen, ein entsprechend hoher Betrag war als Witwensicherung lediglich seitens des Bräutigams aufzubringen. Dies macht deutlich, welch enorme Bedeutung die Aufsteigerfamilie aus Norditalien der Verbindung zu diesen deutschen Fürsten beimaß.





