Mit Liebesgedichten verzierte Mangbretter, aufwendig bemalte Gläser für „die Braut und den Bräutigam“ sind in der Präsentation ebenso zu finden wie ein original erhaltener Aussteuerschrank aus dem 19. Jahrhundert und ein vollständig bestückter Kammerwagen mit allem, was im neuen Haushalt benötigt wurde.
Vom Wohlstand und Modebewusstsein der Bürger zeugen die Brautkleider und Anzüge. Man ging auch im Fichtelgebirge mit der Mode, trug Krinolinenkleider wie Queen Victoria, oder Belle Epoque Garderobe wie sie in der wilhelminischen Kaiserzeit üblich war. In den 1920er Jahren rutschten die Säume nach oben, das Korsett war verschwunden. Auch die Kleiderfarbe war durchaus nicht immer weiß oder schwarz, vielfach trug man auch festliche Abendmode in naturfarbener Seide.
Als Kronprinz Maximilian von Bayern 1842 in München heiratete, lud sein Vater Ludwig I. unter anderem auch zwei Paare aus dem Fichtelgebirge in Tracht ein, um dieses freudige Ereignis gebührend zu feiern. Der berühmte Trachtenfestumzug anlässlich des Oktoberfestes war geboren. Die beiden aus Rehau und Wunsiedel stammenden Paare (Name) erhielten neben Eheringen auch eine Gedenkmünze aus Gold geschenkt. Die Kleidung der Rehauer Braut konnte zur Ausstellung erstmals rekonstruiert werden. Es sind „mit Liebe“ erzählte Geschichten rund um die Hochzeit im Fichtelgebirge in den zurückliegenden 200 Jahren, die den Besucher in der Ausstellung erwarten: der Scherbenhaufen zum Polterabend gehört dazu ebenso, wie das Hochzeits-Fotoalbum als Memory-Spiel oder die festlich gedeckte Hochzeitstafel mit ungewöhnlichem Feiertagsgeschirr.
Die über 100 Ausstellungsstücke stammen von zahlreichen Leihgebern aus der Region und der herausragenden Sammlung des Fichtelgebirgsmuseums.





