1526 verfasste Gaismair seine berühmte Tiroler Landesordnung, in der er nicht weniger als eine neue Staats- und Gesellschaftsordnung forderte. Allgemeine Rechtsgleichheit, Beseitigung der adligen und geistlichen Herrschaftsrechte sowie die Umwandlung Tirols in eine Republik waren nur einige seiner revolutionären Grundideen, die er aus einem egalitär verstandenen „Göttlichen Recht“ ableitete. Nachdem seine weitreichenden Pläne zu einem großen Bündnis der protestantischen Fürsten und Städte gescheitert waren, zog er sich nach Padua zurück, wo er 1532 ermordet wurde.
Dieser spannenden Persönlichkeit hat der Journalist Ralf Höller eine flüssig geschrie‧bene Biographie gewidmet. Manche seiner historischen Wertungen, die überdies nicht durch Anmerkungen abgestützt werden, sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, etwa, dass Gaismair eine „absolute Ausnahmeerscheinung seiner Zeit“ gewesen sei. Radikale Denker und Streiter kannte diese Umbruchszeit wahrlich nicht nur einen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





