Genau rechtzeitig zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls erscheint das Buch „A Wall Vanishes – Eine Mauer verschwindet“. Der Fotograf Henning Langenheim hielt mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen den Mauerfall und die damit einhergehende Epochenwende fest. Durch Langzeitbelichtung oder Verwendung ganzer Negativstreifen entstanden Abläufe in den einzelnen Bildern, die die Prozesse vor und nach dem Mauerfall dokumentieren und den Hergang nachvollziehbar machen. Teilweise bei Dunkelheit aufgenommen und damit oft frei von Schaulustigen, wirkt der Mauerabriss, als sei er in aller Stille geschehen. Aber auch Bilder von Menschenmassen an der Berliner Mauer sowie die Folgen und Auswirkungen des Mauerfalls – wie der brachliegende Todesstreifen oder der Profit mit Souvenirs – illustrieren das Buch. Ergänzt werden die Fotografien durch Texte von Wolfgang Kil. Diese hat Ute Krebs ins Englische übersetzt und den deutschen Texten jeweils gegenübergestellt.
1950 in Hamburg geboren, lebte Henning Langenheim seit 1970 in Westberlin und arbeitete unter anderem als freier Fotograf. Neben zahlreichen Ausstellungen in Berlin und London initiierte er auch europaweite Projekte wie „Memorials/Gedenkstätten“ und „Mordfelder“. Er verstarb im Jahr 2004. Etwa 35.000 Aufnahmen aus seinem Nachlass befinden sich heute bei im Archiv für Kunst und Geschichte in Berlin. Das Archiv für Kunst und Geschichte – eines der großen europäischen Bildarchive – stellt seit über 60 Jahren umfangreiches Bildmaterial zu Kunst und Kultur, Geschichte und Politik, Wissenschaft und Medien professionellen Nutzern zur Verfügung. Die drei Standorte Berlin, London und Paris beherbergen heute über zehn Millionen Motive aus aller Welt.
Rezension: Benjamin Schäfer





