Die Serie der Felsmonumente der alten Hauptstadt Arabiens ist mit der kompletten Reihe von zwanzig Lithographien vertreten. Der Engländer David Roberts hatte 1839 von einer fast einjährigen Orientreise ein Portfolio an Skizzen mitgebracht, die anschließend ausgearbeitet und dann ab 1842 schrittweise in der Technik der Lithographie veröffentlicht worden sind. David Roberts, im Jahr 1796 in Edinburgh (Schottland) als Sohn eines einfachen Schuhmachers geboren, ist als echtes Naturtalent anzusehen, da er nie eine Akademie besuchte und nur eine unzureichende Schulbildung besaß.
Seine genaue Beobachtungsgabe, gepaart mit einem fast photographisches Gedächtnis, waren seine besten Hilfsmittel. Nach der Lehre wurde er Bühnenmaler und brachte es bis nach Covent Garden in London, dem führenden Opernhaus Englands. Ab etwa 1830 widmete er sich zunehmend der Lithographie und später im Leben ganz der Malerei. Sein Compagnon war der Belgier Louis Haghe, 1806 als Sohn eines Architekten in Tournai geboren, ein hochtalentierter Lithograph und ebenfalls Maler. Die beiden Künstler sind in Deutschland wenig bekannt, ihr Werk wird hier erstmals auf dem europäischen Kontinent im Rahmen einer Ausstellung präsentiert. Es werden etwa hundert Original- Lithographien gezeigt; in allen drei Druck-Formaten: Groß-Folio, Halbfolio und Quarto, die meisten davon koloriert. Sie zeigen Jerusalem und andere bekannte Stätten im Heiligen Land, die Felsenstadt Petra, den Sinai mit dem Katharinen-Kloster, das antike Ägypten sowie die Stadt Kairo. In ihrer nuancierten Stimmung und detailgetreuen Darstellung sind diese Bilder immer noch unübertroffen; sie markieren einen Höhepunkt der Lithographie im 19. Jahrhundert.





