Die ausgewählte Epoche gilt als das Goldene Zeitalter der Niederlande. Ende des 15. Jahrhunderts fielen die zuvor burgundischen Territorien durch Heiratspolitik an das Geschlecht der Habsburger. In der Folgezeit kam es immer wieder zu politischen, gesellschaftlichen und religiösen Spannungen zwischen der katholischen Weltmacht und den prosperierenden Regionen an der Nordsee, die von der Reformation geprägt wurden. In Amsterdam, Groningen oder Utrecht entstanden wesentliche Impulse der europäischen Frühen Neuzeit. Holländische Kaufleute begründeten den schnell wachsenden Überseehandel und sorgten für den finanziellen und wirtschaftlichen Aufstieg der sieben Provinzen, die sich 1579 zu der sogenannten Union von Utrecht gegen die Fremdherrschaft durch das habsburgische Spanien zusammenschlossen. Kulturell gekennzeichnet wurde das Goldene Zeitalter vor allem von einer bedeutenden Malertradition. In dieser Zeit entwickelte sich in den Niederlanden eine Massenproduktion von Gemälden und Zeichnungen, zudem begründeten namenhafte Künstler eine der bis heute einflussreichsten Kunstepochen. Die Unabhängigkeit von Spanien erreichten die niederländischen Provinzen schließlich im Jahr 1648 nach einem 80-jährigen Krieg.
Werke populärer Künstler wie Rembrandt, Nicolaes Berchem oder Jan van Huysum finden sich ebenso unter den Exponaten wie die Zeichnungen weniger bekannter Maler. Die Motivauswahl erstreckt sich von Landschaftsdarstellungen und Porträts bis zu religiösen Themen. Passend zum Titel der Ausstellung „Eine Welt voller Freuden“ werden auch Genrebilder berücksichtigt, die etwa eine Wirtshausszene, ein feucht-fröhliches Bauernfest oder das rege Treiben während eines Markttages festhalten. In einer ebenfalls ausgestellten Installation greift die zeitgenössische Künstlerin Estelle Gassmann aus Zürich die Motive der Ausstellung auf und stellt ihre Aktualität heraus.
Als Begleitprogramm zu der Ausstellung findet am 2. November ein holländischer Abend statt. In der Galerie werden niederländische Spezialitäten wie Gouda, Waffeln oder Ginever gereicht, bevor der Abend mit einem Besuch des feinfühligen Kinofilms über den Delfter Maler Jan Vermeer („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) abschließt. Zusätzlich wird an zwei Terminen eine „Happy Hour“ mit Abendführung und Aperitif angeboten.





