Erst im Jahr 80 konnte es durch Kaiser Titus eingeweiht werden, obgleich bereits sein Vater mit dem Bau begonnen hatte. 100 Tage währte die Einweihungsfeier, bei der Tierhetzjagden und sogar historische Seeschlachten veranstaltet wurden. Vor allem war das Bauwerk eine politische Manifestation: Zur eigenen Legitimation brandmarkten die Flavier ihren Vorgänger Nero damit als Tyrannen. Dessen enorme, für die Öffentlichkeit unzugängliche Villenanlage im Zentrum machten die Nachfolger dem Erdboden gleich. Neben neuen Thermen für das Volk entstand das Amphitheater dort, wo zuvor eine 40 Meter hohe Goldstatue Neros gestanden hatte. Nach diesem Koloss wurde es Jahrhunderte später Kolosseum genannt. Der Zeitgenosse Martial schreibt dazu: „Rom ist sich wiedergegeben, und unter deiner Obhut, Caesar, / genießt das Volk, was zuvor der Tyrann genoss.





