Die Findlinge in unseren Parkanlagen sind bekannte Zeugen der letzten Eiszeit. Wie konnten sich jedoch die riesigen Gletscher bilden und so gewaltige Steine transportieren? Wie kam die Tier- und Pflanzenwelt mit den großen Klimaschwankungen zurecht? Wollhaar-Mammut, Wollnashorn, Höhlenlöwe und Riesenhirsch waren exzellent an die vergangenen Eis- und Warmzeiten angepasst. Diese Tiergemeinschaften darzustellen ist ein Schwerpunkt der Ausstellung und so zeigen naturnahe Inszenierungen, seltene Fossilien und anschauliche Modelle die ausgestorbenen Großsäuger unserer Region. Das Mammut von Klinge, das 1909 als erstes Skelett in Deutschland aus einer Grube bei Cottbus geborgen wurde, ist erstmals zu sehen und das berühmte mumifizierte Mammutkalb Dima mit einer naturgetreuen Kopie vertreten.
Der häufige Wechsel zwischen extremen Klimalagen hat in der Vergangenheit zu Artensterben, Verdrängungen und Abwanderungen von Tieren und Pflanzen geführt. Auch die heutige Tierwelt reagiert mit Verhaltensänderungen auf die globale Erwärmung. Welche Arten sind davon betroffen? Die Ausstellung geht auch dieser Frage nach und zeigt anhand bekannter Tiere vergangene und aktuelle Auswirkungen des Klimawandels.
Mit dem Ende der letzten Eiszeit kamen auch Menschen nach Norddeutschland – steinzeitliche Jäger auf der Suche nach Wild. In Berlin schlugen Rentierjäger an einer Furt am Tegeler Fließ regelmäßig ihr Lager auf. Ein eigener Raum ist diesen frühen Jägern gewidmet, deren Waffen und Werkzeuge ein lebendiges Zeugnis ihrer Lebensbedingungen geben. In einem begehbaren Rentierjägerzelt können Kinder eiszeitliche Spiele kennen lernen und sich über das Feuermachen in der Steinzeit informieren.
Nicht erst seit 20 Jahren, sondern bereits seit über 2,4 Millionen Jahren befindet sich unsere Erde in einer Phase mit stark schwankendem Klima. Seitdem herrscht auf unserem Planeten ein Eiszeitalter, das durch das Vorhandensein großer Eisflächen und vor allem durch häufige und extreme Klimaschwankungen charakterisiert ist. Eis- und Warmzeiten haben in dramatischen Prozessen die Landschaft und das Leben auf unserem Planeten geprägt und dabei auch im Berliner Raum überall ihre Spuren hinterlassen.
Heute ist Berlin die grünste Hauptstadt Europas, die eingebettet zwischen Seen, Flüssen und Wäldern liegt. Diese Landschaft verdanken wir den Gletschern der Eiszeiten, die das Gelände modelliert und mit ihrem Schmelzwasser Flüsse und Seen geschaffen haben. Die beliebtesten Berliner Ausflugsziele und die bedeutendsten Naturschutzgebiete sind eiszeitliche Bildungen. Anschauliche geomorphologische Modelle und Bilder erklären, wie sie entstanden sind.
Durch die Eiszeit ist Berlin im Untergrund sogar „steinreich“, wie die Besucher in einer nachgebildeten Kiesgrube erfahren können. Beeindruckende Findlinge geben hier Auskunft über ihre Entstehung und Herkunft und illustrieren damit die Wege der Gletscherströme. Hunderte von Fossilien aller Erdzeitalter hat der Berliner Manfred Arnold aus einer Spandauer Kiesgrube zusammengetragen, die „Eiskalt – Die Eiszeit in Berlin“ erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert.





