Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
DAMALS als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Elefantenknochen aus der Zeit von Hannibals Feldzügen
Geschichte & Archäologie

Elefantenknochen aus der Zeit von Hannibals Feldzügen

Bei Ausgrabungen in Südspanien haben Archäologen den Karpalknochen eines Elefanten zutage gefördert. Aufgrund des Befundes und der Analyse des etwa 2200 Jahre alten Knochens vermutet das Forschungsteam dahinter einen Kriegselefanten, der im Zusammenhang mit den Punischen Kriegen stehen könnte. Der Fund wäre der erste seiner Art. Bislang belegten überwiegend dokumentarische und ikonografische Quellen die Nutzung der Dickhäuter während der Punischen Kriege in Europa.
Autor
Maximilian Göbel
11. Februar 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Kaum ein Ereignis aus der Zeit der römischen Republik wird so häufig rezipiert wie Hannibals Alpenüberquerung während des Zweiten Punischen Krieges im Jahr 218 v. Chr. Bei diesem Gewaltmarsch trieb der karthagische Heerführer Zehntausende Fußsoldaten und Reiter, ebenso wie 37 Kriegselefanten, über die Alpen, um einem Angriff der Römer gegen die karthagischen Provinzen in Spanien und Nordafrika zuvorzukommen. Der tollkühne Plan gelang, und plötzlich sahen sich die Römer im italienischen Kernland Auge in Auge mit Hannibals Truppen. Die beiden amtierenden Konsuln führten die römischen Legionen bei Cannae gegen die Invasoren ins Feld – eine Schlacht, die für die Römer in einer vernichtenden Niederlage enden sollte. Die genauen Gefallenenzahlen schwanken bei den Geschichtsschreibern je nach Darstellung: 50.000 erwähnt Livius, von bis zu 70.000 berichtet Polybios. Hinzu kommen zahlreiche Gefangene.
Nun stand den Karthagern der Weg nach Rom offen. Hannibal entschloss sich jedoch, nach Süden weiterzuziehen und verschonte die Hauptstadt. Die Römer sammelten sich neu, zermürbten mit einer Taktik der verbrannten Erde die karthagischen Truppenverbände und wandten so größeres Unheil ab. Fast 200 Jahre später erinnert Cicero in seinen Reden mit den geflügelten Worten „Hannibal ad portas“ an das Schreckensereignis, als er seine Gegner mit dem noch immer gefürchteten Feindbild dämonisiert.

Die 37 Kriegselefanten spielten bei dem Feldzug wohl nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch müssen die grauen Riesen auf die Bewohner in Norditalien, Spanien und Südfrankreich großen Eindruck gemacht haben. Wie viele Tiere die Alpenüberquerung überlebten, ist in den Quellen unsicher, die meisten verstarben jedoch im darauffolgenden Jahr an der Kälte des norditalienischen Winters. Erst am Ende des Zweiten Punischen Krieges kamen die Dickhäuter noch einmal zum Einsatz. Die Römer waren inzwischen in der Offensive und trafen im nordafrikanischen Zama auf die Truppen Hannibals. Knapp 40 noch relativ unausgebildete Elefanten bildeten die Frontlinie der Verteidiger. Sobald jedoch die Angriffsfanfaren der Römer erschallten, scheuten die Tiere und sorgten für ein heilloses Durcheinander in den eigenen Reihen.

Ein bedeutsamer Fußknochen

2020 wurde bei Ausgrabungen in der Nähe von Córdoba in Südspanien ein handflächengroßer Knochen entdeckt. Der Fund warf zunächst Fragen auf, da er mit keiner lokalen Tierart übereinstimmte. Erst später identifizierten die Archäologen ihn als rechten Karpalknochen eines großen Säugers. Die Radiokarbondatierung der Bodenschicht deutet auf ein Alter von etwa 2.250 Jahren hin. Laut einer Studie unter der Leitung des Archäologen Rafael Martínez Sánchez von der Universität Córdoba könnte der Knochen zu einem Kriegselefanten gehören, der von den karthagischen Streitkräften während des Zweiten Punischen Kriegs (218–201 v. Chr.) eingesetzt worden war.

Bevor Hannibal mit Rom Krieg führte und die Alpen überquerte, kämpften die Karthager in Spanien gegen die iberischen Stämme. Ziel war es, das Territorium von einigen Stützpunkten am Südrand der Halbinsel aus zu erweitern. Der Karpalknochen könnte in diese Phase der karthagischen Expansion unmittelbar vor den Punischen Kriegen fallen, was auch der Fundkontext bekräftigt: Unter einer eingestürzten Mauer wurden neben dem Knochen ein Dutzend kugelförmiger Steinprojektile gesichtet, bei denen es sich wahrscheinlich um Munition für karthagische Wurfmaschinen handelt.

Der restliche Teil des Elefantenskeletts war allerdings nicht auffindbar und ist womöglich verwest – oder war gar nicht erst dort. Die Forschenden schließen nicht aus, dass der Knochen lediglich als Souvenir aufbewahrt worden sein könnte, bevor er in den Trümmern landete. Dagegen spräche aus Sicht der Experten jedoch, dass der Karpalknochen weder optisch besonders ansprechend sei, noch eine handwerkliche Funktion erfülle. Die Interpretation eines verstorbenen Kriegselefanten ist hingegen mit den Informationen aus Schrift- und Bildzeugnissen vereinbar.

Obwohl das Tier so oder so nicht mit Hannibal über die Alpen gezogen war, betonen die Forschenden die Bedeutung des Knochenfundes. Es sei ein seltenes Relikt aus der Zeit der Punischen Kriege und wecke die Vorstellungskraft, wie die „Panzer der Antike“ einst über die Iberische Halbinsel marschierten, resümieren die Archäologen.

Quelle: Rafael M. Martínez Sánchez et al., The elephant in the oppidum. Preliminary analysis of a carpal bone from a Punic context at the archaeological site of Colina de los Quemados (Córdoba, Spain), Journal of Archaeological Science: Reports, Vol. 69, 2026; doi.org/10.1016/j.jasrep.2026.105577

Punische Kriege
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie DAMALS in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

DAMALS als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?
Geschichte & Archäologie

Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?

8. September 2026

Im Frühjahr 2026 haben Archäologen in Aschaffenburg ein komplexes Eisenzeit-Bauwerk aus Holz und Steinmauern am Mainufer entdeckt. Jetzt gibt es Neues dazu.

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden
Geschichte & Archäologie

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden

3. September 2026

Armreifen, Silberbarren, Münzen: Ein Fund auf der norddänischen Halbinsel Jütland hat sich als größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks entpuppt.

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe
Geschichte & Archäologie

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe

1. September 2026

Archäologen haben in der türkischen Steinzeit-Anlage eine bislang einzigartige Steinfigur entdeckt: einen auf dem Rücken eines Leoparden reitenden Mann.

Tschechischer Steinkreis ist 1000 Jahre älter als Stonehenge
Geschichte & Archäologie

Tschechischer Steinkreis ist 1000 Jahre älter als Stonehenge

27. August 2026

Archäologen haben eines der ältesten Steinzeit-Heiligtümer Mitteleuropas entdeckt: eine 230 Meter große Kreisanlage mit Ringgraben und astronomisch…

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite