Zehntausende von Menschen gingen am 5. April 1992 in Sarajevo auf die Straße. Sie demonstrierten gegen einen drohenden Krieg und für ein friedliches und gemeinsames Zusammenleben in Bosnien und Herzegowina (BiH). Es war das stärkste und gleichzeitig letzte Auftreten der bosnisch-herzegowinischen Friedensbewegung, das dramatisch endete: In der Nähe des Parlamentsgebäudes nahmen Heckenschützen die Demonstranten ins Visier − mehrere Personen wurden tödlich verletzt. Gleichzeitig kam es zu Angriffen auf andere Teile der Stadt, die bis zum 6. April dauerten, mit ersten Kämpfen zwischen regierungsloyalen Kräften und nationalistischen bosnoserbischen Kräften. Diese hatten Sarajevo umstellt und versuchten, Teile davon unter ihre Kontrolle zu bringen.
Der 5. und der 6. April gelten allgemein als Beginn der Belagerung von Sarajevo – und damit auch als Auftakt des Bosnien-Kriegs, der erst dreieinhalb Jahre später beendet wurde. Zu Auseinandersetzungen war es in Bosnien und Herzegowina allerdings bereits in den Tagen vor dem 5. April gekommen, vor allem an der Grenze zu Serbien. …
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