Mit Hilfe unzähliger Söldner nahmen die Venezianer den Krieg gegen die Belagerer auf und konnten die bedrängte Stadt sogar mit dem Lebensnotwendigen versorgen. Nur im Winter, wenn das Mittelmeer kaum mehr befahrbar war, gingen auch für Candia die Vorräte zur Neige. Erst 1666 begannen die Osmanen, Candia zu erstürmen, scheiterten aber an den gewaltigen Festungsmauern. Deshalb verlegten sie sich darauf, einen unterirdischen Weg in die Stadt zu graben. Die Belagerung Candias wurde zum Minenkrieg, denn Candia war ohnehin von unterirdischen Tunneln und Minen durchzogen, die die Verteidigungsanlagen miteinander verbanden. Während Belagerte und Angreifer immer mehr Gänge in die Erde trieben und versuchten, die gegnerischen Tunnel zu sprengen oder unter Wasser zu setzen, führte man auch über Tage den zermürbenden Kleinkrieg fort. Solda-ten wie Einwohner vegetierten häufig unter den schlimmsten Bedingungen, die Pest forderte immer wieder zahlreiche Opfer. Nach 21 Jahren der Belagerung, der längsten der Geschichte, kam es schließlich am 4. September 1669 zum Waffenstillstand mit den Türken.





