Sein glasklar geschriebenes Buch vermeidet es, plumpe Schuldzuweisungen vorzunehmen, sondern zeigt jenseits eines platten Aktions-Reaktions-Schemas vielmehr, wie nach und nach die Hoffnungen auf eine regelbasierte Weltordnung zerstört wurden. Schlüsselmomente bildeten der Krieg gegen den Terror, den die USA nach dem 11. September 2001 einleiteten, ebenso wie die imperialen Ambitionen und Aktionen des „globalen Ostens“, insbesondere Chinas, Irans und Russlands. Wer sich dafür interessiert, wie die gegenwärtige internationale Unordnung entstanden ist, der findet in Rödders abwägender Analyse wichtige Anhaltspunkte.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Andreas Rödder
Der verlorene Frieden
Vom Fall der Mauer zum neuen Ost-West-Konflikt
Verlag C. H. Beck, München 2024, 250 Seiten, € 26,–





