In seiner Novelle „Eine Sommerreise“ (1834) blickt Ludwig Tieck für einen kurzen Moment zurück auf die von ihm selbst mitgeprägte Zeit der Frühromantik und auf die Rolle der an dieser bedeutsamen Bewegung um 1800 beteiligten Frauen: „Viele der künftigen Literatoren werden es vielleicht nicht glauben wollen, wie sehr edle und geistreiche Frauen in unserer deutschen Literatur den Ausschlag gegeben haben“.
Besonders hebt er Caroline Schlegel-Schelling (1763 – 1809) als eine „höchst gebildete Frau“ hervor, die ein so „feines, geübtes Ohr“ gehabt habe, „dass Schlegel sie bei seinen Gedichten und Übersetzungen zu Rathe zog, und sie entschied fast immer, wenn er zwischen drei oder vier verschiedenen Lesearten ungewiß war, welche er als die wohllautendste oder passendste wählen sollte.“





